Nachfragen !
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Ich durfte mal wieder Menschen erklären, was die Nerdchurch macht – was wir sind, was wir tun, wofür wir stehen und was unser Ziel ist. Dieses Mal hatte ich das Privileg, mit Vikaren und Vikarinnen zusammenzukommen. Eigentlich war ich aus einem anderen Grund dort, aber an einem Abend haben wir uns für eine halbe Stunde verabredet, um ins Gespräch zu kommen. Ich wollte ein bisschen erzählen, und sie konnten Fragen stellen.
Am Ende wurden aus dieser halben Stunde gut anderthalb Stunden. Und mir ist dabei deutlich geworden, dass sich vieles um ein großes Thema dreht – um Fragen. Oder genauer gesagt: um eine ganz bestimmte Frage, nämlich: Darf man das?
„Darf man das?“ ist eigentlich eine gute Frage. Gleichzeitig ist es eine Frage, bei der man aufpassen muss, nicht zu schnell zu antworten – weder mit „Natürlich darf man das“ noch mit „Natürlich darf man das nicht“. Die Wahrheit liegt oft irgendwo dazwischen. Aber vielleicht ist noch wichtiger, sich zu fragen: Sollte ich diese Frage überhaupt so stellen?
Darf ich mitten in einem klassischen, agendarischen Gottesdienst Bilder aus Star Wars, Star Trek oder Harry Potter verwenden?
Darf ich Gottesdienste zum Thema Wrestling feiern?
Darf ich Computerspiele einbinden?
Darf ich Formate entwickeln, die sich an ganz kleine Zielgruppen richten – an Menschen, die bisher vielleicht gar nicht vorkommen?
Darf ich Dinge ausprobieren, von denen ich noch gar nicht weiß, ob sie funktionieren?
Kurz gesagt: Darf ich das alles machen?
Für mich hat sich darauf ziemlich schnell eine Antwort herauskristallisiert – eine Antwort, die wir auch anderen immer wieder geben: Ja, warum denn nicht?
Warum sollten wir nicht eine Computerspielliga in der Gemeinde anbieten?
Warum nicht einfach Brettspiele spielen, weil es Spaß macht?
Warum keine Zockernacht?
Warum nicht gezielt Gottesdienste für Menschen gestalten, die bisher gar nicht da sind?
Und warum sollten wir nicht auch denen, die schon da sind, unsere Bilder zumuten?
Denn ganz ehrlich: Wenn wir begeistert von Harry Potter erzählen, lassen sich auch Menschen anstecken, die das vorher gar nicht kannten. Und bei Star Trek merken wir oft, dass viel mehr Leute einen Bezug dazu haben, als wir denken.
Am Ende gibt es für mich eigentlich nur eine Grenze:
Wir sollten uns nicht zu Themen zwingen, die nicht zu uns gehören.
Denn es geht darum, das weiterzugeben, was uns wirklich begeistert – das, was uns ausmacht.
Und damit bin ich bei der Passionszeit. Die diesjährige Fastenaktion trägt den Titel: „Mit Gefühl! 7 Wochen ohne Härte“. In dieser Woche steht sie unter der Überschrift: „Nachfragen“.
Und vielleicht ist genau das der Punkt:
Warum fragen wir nicht einfach nach?
Warum probieren wir nicht aus, ob etwas geht?
Warum trauen wir uns nicht, mehr zu wagen?
Warum fragen wir nicht einfach Menschen, ob das für sie passt?
Ob eine Aktion gut war?
Ob sie sich angesprochen fühlen?
Ich lade euch – und auch mich selbst – dazu ein, genau das zu tun:
Mehr nachzufragen. Mehr zu wagen. Mehr auszuprobieren.
Vielleicht kriegen wir das ja hin.

