Respekt für unsere Mitwelt
Ich liebe es, Fantasy-Kreaturen zu zeichnen. Drachen. Greife. Ab und zu auch Wolpertinger. Ich würde gerne in einer Welt leben, in der es diese Kreaturen wirklich gibt. Tatsächlich einen Drachen am Himmel fliegen sehen. Die Wanderung der Ents beobachten. Einen zahmen Greifen streicheln.
Aber wenn ich weiter darüber nachdenke, ahne ich: Drachen hätten wir ausgerottet – zu gefährlich! Einhörner hätten wir domestiziert, hochgezüchtet und würden sie in viel zu engen Ställen halten – wegen dem kostbaren Glitzer. Den Wolpertingern nähmen wir Stück für Stück ihren Lebensraum.
Bis sie verschwunden wären …
Bis es irgendwann keines dieser Fabelwesen mehr gäbe. Bis alle genauso leise verschwunden wären, wie so viele Tiere und Pflanzen unserer Welt. Jeden Tag sterben weit mehr als hundert Arten aus. Wegen Pestiziden. Weil das Klima zu kippen droht. Wegen Ideen von grenzenlosem, wirtschaftlichem Wachstum ohne Regeln und Rücksicht.
Mein Herz bricht, wenn ich an all die Tiere denke, die ihren Nachwuchs nicht mehr durchbringen. Wenn schon wieder Temperaturrekorde fallen. Wenn immer noch Menschen diese Zeichen der Zeit nicht ernst nehmen.
Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es irgendwann heißt: „Früher, als es noch Schmetterlinge/Wale/Igel/Pinguine/… gab“ – und dann kommen unseren Nachkommen die Tiere, die wir ausgerottet haben, wie Fabelwesen vor.
Die Weisheit eines Psalms
Psalm 104 in der Bibel beschreibt Störche in ihren Wipfeln, Wildesel, die ihren Durst löschen, und Klippdachse in Felsen. Der Mensch ist in Psalm 104 in diese staunenswerte Schöpfung eingeordnet, nicht übergeordnet.
Wann entdecken wir unseren Respekt für unsere Mitwelt? Wir haben schließlich viel mehr als Fabelwesen um uns. Wir sind von realen, kostbaren und einzigartigen Mitgeschöpfen umgeben.


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