Verstehen wir uns?

Verstehen wir uns?

Ein nächtliches Lagerfeuer

„Verstehen wir uns? Schöne Grüße von der Nerdchurch“ – ein pfingstlicher Gottesdienstvorschlag

Anmerkungen:

Der Gottesdienst wird als klassicher, agendarischer Gottesdienst an Pfingstsonntag gehalten würde aber auch zu anderen Tagen gut passen. Die Lieder und Nummern hier stehen im Liederbuch „Lieder zwischen Himmel und Erde“. Die Abkürzung EG steht für „Evangelischen Gesangbuch – Ausgabe Westfalen“

Was hier steht habe ich als Beispiel zusammengestellt und darf/sollte natürlich auch individuell angepasst werden. Die Predigt beispielsweise lebt zum Teil von dem Gespräch, dass man mit der Gemeinde führt, ist aber auch ohne Gespräch denkbar, dann sollte vorab geklärt werden, wer die Zitate von wo aus vorliest.


Musik zum Eingang – Vorspiel

Begrüßung: Schön, dass ihr da seid! Lasst uns gemeinsam diesen Gottesdienst mit offenen Herzen und einem Lächeln im Gesicht beginnen. Dazu singen wir das erste Lied.

Lied: ZHE 176 – Herr, ich komme zu dir…

Votum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Der Herr sei mit euch! – Und mit deinem Geist.

Psalm 118 – EG 751.2

Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet

Gott, wir kommen zu dir. Mit Lächeln und Sorgen, mit guter und mit schlechter Laune. Du schenkst uns diesen Gottesdienst: Danke!

Gib uns die Ohren und das Herz, das wir heute brauchen.

Das bitten wir dich als Gott-Schöpferin, Sohn und Heilige Geistkraft.

Amen

Lesung

Apostelgeschichte 2,1-21 (Übersetzung: Luther 2017, Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.)

1Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. 2Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, 4und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

5Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 8Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? 9Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, 10Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, 11Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.

12Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

14Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! 15Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; 16sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist Joel 3,1-5:

17»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 19Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Halleluja! Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen,

und du machst neu das Antlitz der Erde. Halleluja!

L: Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Lied: ZHE 238 Gib mir die richtigen Worte

(Klingelbeute-Kollekte ansagen)

Predigt

  1. An den Zitaten werdet ihr einander erkennen!

Ich habe euch am Eingang Zitate verteilt – jede*jeder hat ein anderes bekommen. Versteht sie gerne als liebe Grüße von der Nerdchurch.

Wer mag mal vorlesen?

Und kannst du etwas damit anfangen? Hast du es Inhaltlich verstanden? Wer hat denn direkt Bilder/Gedanken im Kopf? Wer muss grinsen oder lächeln?

Lasst uns noch mehr Zitate hören.

Warum wird das von Menschen gerne zitiert? Was macht das man mit denen, die das Zitat kennen?

Man könnte jetzt schauen, wer was mit welchen Zitaten anfangen kann, und dann wüsste man auch gleich, wer gut nebeneinander beim Kirchcafé sitzen könnte, oder?

  1. Können wir einander verstehen?

Auf eine gewisse Weise zeigen diese Zitate, was ein Grundgefühl unserer Zeit ist – so habe ich das Gefühl: Menschen verstehen einander nicht, können einander nicht verstehen. Es ist, als ob wir in unterschiedlichen Welten leben würden.

Damals…

Die Jünger Jesu glauben an Gott, an Jesus und seine Auferstehung. Die Meisten in ihrem Umfeld verstehen sie nicht. Sie haben sie damals nicht verstanden, als Jesus noch lebet und jetzt nachdem seine Kreuzigung schon einige Wochen her ist, verstehen sie es erst recht nicht. Warum sind diese Jünger und Jüngerinnen so aufgeregt? Warum haben sie so viel Energie? Es ist, als ob sie in einer anderen Wirklichkeit lebten – vielleicht ziehen sie sich deshalb zurück in ein Haus.

  1. Wir können Begeisterung verstehen!

Denk mal an das beste Buch, das du je gelesen hast oder den besten Film, den du je gesehen hast.

Spürst du die Begeisterung wieder aufsteigen? Wie toll, wie schön… Jeder von euch könnte jetzt davon erzählen.

Das Besondere ist dabei, sogar wenn ich den Film nicht kenne, das Buch nicht mag: Es würde mir trotzdem Spaß machen dir zuzuhören.

Begeisterung kennen wir alle. Sich für etwas, für jemanden begeistern, das haben wir doch alle schon mal – und wir haben uns auch mitreißen lassen, anstecken lassen von der Begeisterung anderer Menschen.

In der Nerdchurch (er)lebe ich genau das: Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessensgebieten (von Comics bis Stricken, von Computerspielen bis Bogenschießen…) teilen ihre Leidenschaften und Interessen mit und leben christliche Gemeinschaft.

Ich kann nicht verstehen, warum Menschen stundenlang Klöppeln oder kleine Figuren anmalen, aber ich habe irrsinnig Spaß dabei ihre Leidenschaft und Freude dabei zu erleben.

Der Geist Gottes kommt auf die Jüngerinnen und Jünger hinab. Sie gehen raus zu den Menschen. Sie erzählen mit Leidenschaft und voller Feuer. Sie predigen so, dass jeder sich einer seiner Sprache angesprochen fühlt.

  1. Christliches Verständnis kann eine Chance sein!

Auch wenn wir vielleicht nicht verstehen können, warum jemand Bach liebt, seine Begeisterung können wir wahrnehmen, annehmen, verstehen.

Auch wenn wir nicht direkt ein ganzes Buch im Kopf haben, wenn jemand sagt „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“, können wir dennoch voller Freude mitlächeln.

Auch wenn wir nicht dröhnende Trommeln und einen Balrog-Dämon sehen, wenn jemand sagt: „Du kommst nicht vorbei!“, können wir uns neben ihn stellen und für christliche Werte demonstrieren.

Ich wünsche Euch – uns – einen schönes Pfingstfest.

Lied: ZHE 287 Die Sache Jesu braucht Begeisterte

Fürbittengebet

Kasualabkündigung

Gott, du führst Menschen zusammen. Menschen die sich schon verstehen und Menschen, die sich nicht verstehen.

Gib uns den Mut das Auszuhalten und Anzunehmen, gib uns die richtigen Worte und die Kraft einfach mal nichts zu sagen.

Wir danken dir für alles, was uns verbindet:
für Glauben, für Gemeinschaft, für Momente, in denen es klickt.

Wir bitten dich für die Menschen um uns herum:
für die, die sich fremd fühlen, für die, die sich selbst nicht zu Owrt melde und für die, die nicht verstanden werden.


Wir bitten dich für deine Kirche, wir bitten dich für unsere Kirche:
für alle, die in den Strukturen Verantwortung tragen und für die, sie an anderer Stelle tragen.

Wir bitten für die, die sich engagieren und für die, die einfach da sind.

Wir bitten für die, die Verzweifeln und die Feuer und Flamme sind.

Gott halte uns fest – halte deine Welt fest.

Unsere Sorgen, Ängste, Freuden… wir bringen alles in dein Gebet und sprechen:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Lied: ZHE 2 Wo Menschen sich vergessen

Segen

Gott segnet dich mit Wundern: Großen und Kleinen.

Gott segnet dich mit Texten, Tönen, Bildern.

Gott segnet dich mit Liebe und Frieden.


So segnet dich Gott-Schöpferin, Sohn und Heilige Geistkraft.

Amen.

Musik zum Ausgang


Die folgenden Zitate werden einzeln vor Beginn des Gottesdienstes gemeinsam mit dem Gesangbüchern an alle Gottesdienstbesucher*innen verteilt.

Ich wollte ein Problem lösen – und schuf ein Rätsel für die ganze Welt.“
Ernő Rubik (Erfinder des Rubik’s Cube) (sinngemäßes, häufig zitierfähiges Rubik-Statement)


„Ein verzögertes Spiel kann gut werden, ein schlechtes Spiel bleibt schlecht.“ Shigeru Miyamoto (Nintendo)

Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Martin Luther

Die ganze Welt ist eine Bühne.“ Shakespeare – Wie es euch gefällt (dt.)

Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Der kleine Prinz – Antoine de Saint-Exupéry

Ich war auch mal ein Abenteurer wie du…“ Skyrim (Computerspiel) – Wache

Was ist real?“ Matrix – Morpheus

Es sind nicht unsere Fähigkeiten, die zeigen, wer wir sind, sondern unsere Entscheidungen.“ Harry Potter – Dumbledore

Du kommst nicht vorbei!“ Der Herr der Ringe – Gandalf

Möge die Macht mit dir sein.“ Star Wars – Obi-Wan Kenobi

Für die Horde!“ World of Warcraft

Die Bedürfnisse vieler wiegen schwerer als die Bedürfnisse weniger.“ Star Trek – Spock

Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“ Star Wars – Yoda

„Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke“ Stirb Langsam

Ich liebe, dass du mich verrückt machst.“ Harry und Sally – Harry

Sprache ist die Zivilisation selbst.“ Thomas Mann

Ich bin Iron Man.“ Marvel (Avengers) – Tony Stark

Nicht alle, die wandern, sind verloren.“ (im Buch von Bilbo/Frodo zugeschrieben)Der Herr der Ringe – Gandalf

„Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ Casablanca – Rick Blaine

Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.“Charlie Chaplin (Der große Diktator, 1940)

Los geht’s!“ (dt. Fassung von „Here we go!“) Super Mario – Mario

Keine Panik.“ Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams)

Das Spice muss fließen!“ Dune, Der Wüstenplanet, Frank Herbert

Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“ Spidermann

Was sie schon immer über Sex wissen wollten..“ Woody Allen

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