Saurons Auge, digitale Macht und die Freiheit des Einzelnen

Saurons Auge, digitale Macht und die Freiheit des Einzelnen

KI-Bild: Ein großes, stilisiertes Auge, das an Saurons Auge erinnert, aber modern und digital interpretiert ist. Zum Beispiel ein Auge aus leuchtenden Pixeln oder Datenströmen, das über eine stilisierte Weltkugel oder eine digitale Landschaft (Netzwerk, Server, Datenströme) wacht.

Das Auge Saurons, das von Mordor aus über Mittelerde wacht und alles sieht, ist vielen bekannt. Es ist schwierig für die Gefährten vor dem Blick Saurons verborgen zu bleiben. Immer wieder müssen sich Frodo und Sam verstecken, weil sie Angst haben, dass sonst ihre wichtige Mission, die Rettung der Welt nicht gelingt. Vielleicht ist dieses Bild aus J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe ein Symbol für Überwachung und Machtmissbrauch.

Im digitalen Zeitalter erleben wir eine ähnliche Realität: Große Tech-Konzerne beobachten, sammeln und kontrollieren unsere Daten – oft ohne unser volles Bewusstsein. Vom fröhlichen Fantasy-Nerdsein wechseln wir in die nachdenkliche Welt des IT-Nerds – und fragen uns, was das alles mit Glauben zu tun hat.

Saurons Auge ist nicht nur ein Fantasy-Bild, sondern eine kraftvolle Metapher für die Gefahren zentralisierter Macht. Es steht für eine Instanz, die alles überwacht, kontrolliert und lenkt – ohne Rücksicht auf Freiheit oder Würde. Im digitalen Raum sind es Googles Algorithmen, Facebooks Datensammler oder Amazons Marktplatzkontrolle, die diese Rolle einnehmen.

Diese „allsehenden Augen“ sind nicht neutral. Sie bestimmen, welche Informationen wir sehen, welche Produkte wir kaufen, ja sogar, wie wir denken und handeln – ganz ähnlich wie Sauron, der Mittelerde mit Angst und Kontrolle beherrscht.

Marc-Uwe Kling hat im Dezember 2025 auf dem 39c3 (39. jährliche Treffen des ChaosComputerClubs) den DiDay, DUT oder DID ausgerufen (https://www.ccc.de/en/updates/2025/ccc-unterstutzt-den-monatlichen-digital-independence-day ). Den Digitalen Unabhängigkeitstag (Digital Independence Day). An jedem 1. Sonntag im Monat können wir uns auf dem Weg machen und ein Stück digital unabhängiger von Saurons Auge werden. Hier der Link zu dem lustigen Vortrag:

Mir fiel bei der Idee des DUT das Lied aus dem Kindergottesdienst ein: Viele kleine Leute, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Jesus erzählt vom Senfkorn, das klein ist, aber zu einem großen Baum wächst, in dem Vögel nisten. So wie aus dem kleinen Senfkorn ein großer Baum wird, können auch kleine Schritte zu digitaler Freiheit wachsen.Es sind die kleine Beiträge, die zu einer digitalen Unabhängigkeit führen. Es muss nicht sein, dass ich mein ganzes Leben auf den Kopf stelle, sondern, dass ich vielleicht diesen einen kleinen Schritt mache, den ich sowieso schon immer gehen wollte. Oder ich habe schon Schritte gemacht und erzähle einfach darüber und bin Stolz an unserem DUT.

Auch innerhalb der Nerdchurch war zuerst die Abwehr groß. Ich kann doch jetzt nicht alles ändern und umstellen. Das ist auch nicht gemeint. Es geht darum vielleicht den einen oder anderen Schritt zu machen und ihn gemeinsam zu machen. Und davon zu erzählen. Wir als Nerdchurch sind schon seit 2022 auf dem dezentralen Netzwerk mastodon unterwegs, kommunizieren mit Signal und nutzen verschiedene OpenSouce-Tools. Aber auch wir sind natürlich nicht perfekt und nutzen z.B. für unsere Online-Treffen Zoom, weil wir noch keine andere brauchbare Möglichkeit gefunden haben. Posten auch auf Instagram, weil wir denken, dass es ggf. noch eine andere Reichweite hat.

Wie war das nochmal mit Lied, was ich im Kindergottesdienst gesungen habe? Auf di.day findet ihr viele einfache Kochrezepte, wie man ggf. umsteigen kann. In vielen Städten gibt es Treffen von Menschen, die beim Umstieg helfen (https://termine.di.day/)

Vielleicht willst du auch heute einen kleinen Schritt gehen (z.B. die Mediathek statt Youtube) oder einfach nur einem Menschen vom Di-Day erzählen?

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