Möge Weihnachten mit dir sein
Was haben Qui-Gon und Obi-Wan im Anakin gesehen? Was hat Luce in Anakin gesehen? Was hat Rey in Ben gesehen?
Immer sahen die Menschen etwas in einem anderen Menschen. Manche noch Kinder, andere schon erwachsen. Und immer wurde Hoffnung und Vertrauen in einen Menschen gesetzt, in der tiefsten Dunkelheit und in ausweglosen Situationen. (Zugegeben, Qui-Gon und Obi-Wan hatten jetzt nicht so viel Glück mit ihrer Hoffnung.)
Doch was ist diese tiefe Hoffnung, von der mitten im Krieg der Sterne erzählt wird?
Ich muss ein wenig ausholen, um sie zu fassen diese Hoffnung. Denn ich denke, es ist die gleiche Hoffnung, die wir an Weihnachten feiern. Ich versuche die Geschichte mit Weihnachten einmal so zu erklären. In Jesus Christus kommt G*tt in die Welt. G*tt gibt sich selbst voll rein in das Menschsein, mit Allem was dazugehört. Und am Ende des Lebens mit einem brutalen Foltertod.
Und diese Geschichte des Menschen Jesus, beginnt genauso wie jede Geschichte eines Menschen, zwischen den Beinen einer Frau, die Schmerzen hat. Ein kleines mit Fruchtwasser, Käseschmiere und Blut verschmiertes Kind. Unfähig für sich selbst zu sorgen und angewiesen auf die Liebe und Fürsorge von anderen Menschen. Er wird ein ganzes Leben leben, das ihn am Ende ans Kreuz führt. Doch auch dort endet die Geschichte nicht -genauso wenig wie sie dort beginnt. Nach dem Kreuz geht es weiter. Aus dem Menschen Jesus wird der Auferstandene. Das macht ihn so besonders.
Sein ganzes Leben hat Jesus die durch Menschen gesetzten Grenzen zwischen Menschen überschritten. Er ist zu Menschen gegangen, die in Krisen waren. Er hat sich mit den Ausgestoßenen zusammengesetzt. Er hat in seinem Leben ganz viel von dem begründet, was wir heute in Kirche, Diakonie und Sozialen Arbeit weiterführen: Menschen sehen, zu ihnen gehen und sie annehmen. Und die Botschaft, die er dabei im Leben vertrat, lautete: Die Krise, das Dunkle im Leben, ist nicht das Ende. Du bist mehr als der Schmerz, den du fühlst, du bist mehr als die Ausgrenzung, die du erleidest, du bist mehr als das, was die anderen Menschen dir zuschreiben.
Und diese Botschaft hat G*tt am Ende von Jesu Lebens dann noch größer gemacht: Selbst das Dunkel des Todes ist nicht das Ende. Selbst dieser finale Schmerz hat nicht die Gewalt über dich. Du darfst hoffen, dass G*tt dich nicht verlässt. Und auch die Menschen, die einen Tod betrauern, dürfen in dieser Hoffnung Leben: G*tt hält seine Beziehung zu dem Menschen aufrecht. Diese Botschaft ist die des Menschen Jesus genauso wie die, des auferstandenen Christus: Es gibt ein Licht der Hoffnung in der tiefsten Dunkelheit.
Und diese Hoffnung, dass Schmerz, Leid und Krise nicht das letzte Wort haben, die nimmt an Weihnachten ihren Anfang. Mit einem Kind, das auf Schutz und Hilfe angewiesen ist.
Nun kehren wir zu Star Wars und an den Ausgangspunkt unseres Textes zurück: Diese Hoffnung, dass die Dunkelheit des Imperiums nicht das letzte Wort hat, dafür steht die Rebellion. „Rebellions are built on hope“ Eine zutiefst menschliche Sehnsucht, die in den Filmen von Georg Lucas und den diversen Spinn Offs bildgewaltig inszeniert wird.
Um ehrlich zu sein, das ist in unserer Welt von außen betrachtet brutal wenig. Menschen, die durch unsere Gesellschaft ausgegrenzt werden, die am Rand leben, die durch Krankheiten und Schicksalsschläge leiden, haben oft wenig Raum für Hoffnung. Oft ist es Verzweiflung und Einsamkeit, die Herzen einnimmt. Und unser Friede-Freud-Familien Fest, macht es für Menschen, die alleine sind, nicht unbedingt leichter. Und doch „Rebellions are built on hope“ kann diese Hoffnung das Leben eines Menschen verändern und sogar die Geschichte der Menschheit.
Vielleicht sind die theologischste und ehrlichste Weihnachtsgottesdienst nicht mit Krippenspiel und voller Kirche vor der Bescherung, sondern mit heißer Erbsensuppe und einem warmen Platz, um einfach da sein zu dürfen. Schön das sie schon heute in Kirchen gefeiert werden . (zB: Dortmund: Heiliger Abend für Wohnungslose in Dortmund | Wir in Dortmund; Iserlohn Wohnungslose feiern zusammen Weihnachten – sicher und warm für zwei Stunden – Westfalen-Lippe – Nachrichten – WDR Bielefeld: News – Detailansicht – Evangelischer Kirchenkreis Bielefeld) Denn die Botschaft von Weihnachten bleibt:
Es gibt ein Licht der Hoffnung in der tiefsten Dunkelheit.
Und wie klingt diese Hoffnung bei Star Wars? Rose Tico sagt es wie folgt: “That’s how we’re gonna win. Not fighting what we hate, saving what we love.”
Frohe Weihnachten ihr lieben Nerds und alle, die da draußen auf der Suche sind. Wir wünschen Euch Menschen, die Euch in Lieben annehmen und Euch spüren lassen, dass ihr Hoffnung haben dürft.

