bookmark_borderPsioniker und das Mystische in der Science Fiction

Selbst die Science Fiction kommt nicht ohne Mystik aus! Das zeigt sich in den großen Bögen der SF-Literatur oder auch den bekannten Filmen immer wieder. Star Trek hat Spok und Sarek, die ja schon im Leben bestimmter Enterprise-Captains gewichtige Rollen spielten (vor allem die mentale Verbindung zwischen Picard und Sarek sei hier angemerkt!) und in ST Discovery wieder eine starke Rolle bekommen haben. Star Wars hat die Jedi. Spiele wie etwa Stellaris arbeiten mit einem psionischen Zivilisationsaufstieg, und einflussreiche SF-Autor*innen [JK1] wie James Tiptree Jr. oder William Gibson greifen in ihren Geschichten zu mystischen Elementen, um ihre Zukunftsvisionen zu illustrieren.
Es ist schon irre, dass ausgerechnet die Literaturgattung, die sich selbst die Möglichkeit gegeben hat, mit (natürlich erdachten) wissenschaftlichen Fortschritten Geschichten zu erzählen, selbst wieder nach mystischen Elementen greift. Ausgerechnet die Fanbase, die sich in Foren, Blogs und auf Youtube in endlosen Stunden und Beiträgen über fiktionale oder nichtfiktionale logische Zusammenhänge die Köpfe rauchig diskutieren kann und mag. Ausgerechnet die erdachten Welten, in denen eine utopische oder dystopische Gesellschaft oftmals unsere Religion(en) gezielt nicht mehr ins Zentrum rückt, sondern einen unerschütterlichen Glauben an Fortschritt oder den täglichen Überlebenskampf zum Zentrum des Antriebs der handelnden Menschen macht. Oder der Andorianer. Oder … Ihr wisst schon.
Diese mystischen psionischen Fähigkeiten sind dann auch noch oft gerade bei Völkern stark, die selbst noch religiöse Bindungen pflegen. Die Vulkanier unterhalten Klöster und strenge Riten. Die Asari aus Mass Effect leben in rituellen Bezügen. In Stellaris muss man sogar ein spiritualistisches Volk spielen, um Zugang zur Psionik zu haben.
Für mich zeigt sich darin ein wichtiger Zusammenhang: Selbst den genialen Köpfen der Science Fiction scheint es nicht zu reichen, dass sie alle Magie, all die Möglichkeiten, die ihren Geschichten Würze verleihen, technisch erklären können. Es genügt nicht, alles im vorhersehbaren, rationalen Rahmen zu gestalten. In bloßer Wissenschaft steckt eben kein Leben. Für große Geschichten, für mitreißende Unternehmungen braucht es Dramatik und Mystik. Deshalb sind die Jedi so unheimlich interessant. Uralt, mystisch und immer in Abenteuer verstrickt. Da steckt Leben drin!
Das Unerklärbare fordert unsere eigene Phantasie heraus. Und es ist ja gerade das, was einen Science Fiction-Fan wie mich so fasziniert – wenn seine eigene Phantasie getriggert, ja beflügelt wird und er selbst unter der Dusche rätselt, wie es mit den Charakteren wohl weitergeht, oder was er in dieser und jener Situation mit diesen und jenen Fähigkeiten getan hätte.
Das ist für mich ein religiöser Reiz. Denn auch in meinem Glauben komme ich an diesen Punkt, an dem ich mit meiner eigenen Phantasie gefragt und angeregt bin. Im Gebet, bei Wünschen für meine Umwelt, meine Freunde und Familie. In den alten Geschichten. Und interessanterweise auch in den Riten, die Kirche bietet. Da steckt Mystik drin! Meditation, Gemütsruhe, betont agierende Ästhetik. Sogar das Fremde, da ich ja auch oft das Handeln von Riten für mich mit Bedeutung füllen muss, finde ich in den kirchlichen Riten wieder. Alles, was ich selbst auch bei Vulkaniern und Jedis so spannend finde, das finde ich im kirchlichen Handeln.
In Kirche steckt Science Fiction, zumindest ein bisschen.


Felix Klemme, Pfarrer in einer Einzelpfarrstelle in einem Vorort von Paderborn, ist 33 Jahre alt und begeistert von Science Fiction in jeglichen Formen, sowie dem Pen and Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA). Er streamt auf seinem YouTube-Kanal (PoelleRPG) gerade die größte Kampagne dieses Rollenspiels und liebt es, Geschichten mitzuerleben und zu erzählen.

bookmark_borderRichtig gute Geschichten II

Ich liebe es, Geschichten zu hören und zu lesen. Vor allem natürlich gute. Aber was macht eine gute
Geschichte aus?
Ich las unlängst das Buch „Die Musik der Stille“ von Patrick Rothfuss. Ein Buch, das ich nicht
empfehlen kann, zumindest niemandem, der nicht die ersten zwei Teile der Königsmörder-Chronik
gelesen hat. Die Geschichte, die erzählt wird, handelt kurz gesagt von einem

Mädchen, das aufräumt.
Sie hat an sich aber nichts, was ein Buch sonst ausmacht. Keine weiteren Protagonisten, keine
wörtliche Rede, keine offensichtliche dramatische Handlung.
Und doch, die Geschichte wurde in Buchform gebracht, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt
und auch hier finden sich Leser. Unter anderem ich, der die Protagonistin sehr liebgewonnen hat.
Geschichten zu erzählen hat etwas mit demjenigen zu tun, der sie erzählt, mit der Geschichte selbst
und den Zuhörern. Geschichten ändern sich je nachdem, wer sie erzählt. Die Geschichte des
Erzählers, sein Leben und seine Erlebnisse haben etwas mit der Geschichte zu tun. Geschichten
erzählen ist etwas anderes als Vorlesen.

Und Geschichten sollten sich ebenso mit den Zuhörern
ändern. Die Geschichte vom Fischer und seiner Frau (Manntje, Manntje, Timpe Te, – Buttje, Buttje
inne See, – myne Fru de Ilsebill – will nich so, as ik wol will.) ist durchaus variabel. Wie viele Stationen
die Frau durchläuft und welche ist unterschiedlich, ob diese Geschichte Kindern oder Erwachsenen
erzählt wird. Die Aussage bleibt am Ende aber gleich: Die Frau, die so sein will wie der liebe Gott
selbst, sitzt wieder in ihrem Pissputt. (Hochmut kommt vor dem Fall.) Wir als Zuhörer erkennen sehr
schnell, ob uns eine Geschichte erzählt wird, oder ob wir einem Vortrag lauschen.
Und auch die Geschichten, die wir in der Bibel lesen, sind variabel. Menschen haben hier ihre
Beziehung zu Gott in Geschichten festgehalten. Anders kann ich mir die zwei Schöpfungsberichte
nicht erklären. Hier wurde etwas von Menschen für Menschen erzählt um jemandem die inhaltlichen
Aussagen nahezubringen. Und wir, die wir diese Geschichten heute erzählen, dürfen sie variieren und
wir müssen es mitunter auch – je nachdem, wer uns zuhört. Als Beispiel erzählen wir die Geschichte
von der Arche Noah selten so, dass Gottes Vernichtung der gesamten Menschheit, das Ertrinken von
Millionen von Menschen und Tieren zur Beruhigung von Gottes Zorn im Mittelpunkt steht, oder?
Eine Geschichte, die weder mit dem Erzähler etwas zu tun hat, noch mit den Zuhörern, ist leblos. Für
uns Erzählende bedeutet das, wir dürfen uns nicht verstecken, nicht hinter die bloßen Worte
zurückziehen. Wenn wir keine Hörbücher schaffen wollen, müssen uns unsere Geschichten selbst
bewegen und etwas von uns erzählen.
Und es geht sogar noch weiter. Selbst wenn wir die alten Geschichten nicht erzählen oder sie in
unserer Arbeit oder unserem Leben vermeintlich gar nicht ihren Platz finden, sind wir Teil von Gottes
Geschichte mit uns Menschen. Mit unseren Taten erzählen wir jeden Tag Geschichten und manche
Geschichten werden auch über uns erzählt.
Das sollte uns bewusst sein. Alles, was wir tun, ist ein Teil von Gottes Geschichte mit uns und unseren
Mitmenschen, an dessen Ende das Reich Gottes steht.

Malte Hausmann

bookmark_borderHabenichtse

„Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“ Apg.2,35

Der Roman „Planet der Habenichtse“ (im Original „The Dispossessed“) von Ursula K. Le Guin aus dem Jahre 1974 wird bei Wikipedia als Utopie kategorisiert. Es ist ein Science-fiction-Roman der von dem Wissenschaftler Shevek handelt, der eine wichtige Entdeckung gemacht hat.
Auf Sheveks Heimatplaneten wird eine Gesellschaftsform gelebt, die die Autorin als „idealistischen Anarchismus“ bezeichnet.
Sie erklärt das so: „das moral-praktische Thema ist die Kooperation, die Solidarität und die gegenseitige Hilfe“.
Auf Sheveks Heimatplaneten Anarres gibt es de facto keinen Privatbesitz. Keine eigene Wohnung, kein eigenes Fahrzeug, kein Geschirrservice, keine Spielekonsole, keine Bücher, nichts gehört dem Einzelnen. Selbst die Sprache ist so entwickelt worden, dass es keinen Ausdruck für mein und dein gibt. Statt zu sagen: „Das ist mein Bleistift.“ sagt man „Das ist der Bleistift, den ich benutze.“.
Le Guin beschreibt aber auch, dass selbst in einer scheinbar idealen Gesellschaftsform, in der alles miteinander geteilt wird, der einzelne Mensch für sich ein Stückchen Macht gewinnen kann, als Lehrer oder Verwaltungsmitarbeiter (Ist es wirklich der Computer, der für alle die ideale Arbeitsstelle aussucht?) und so anderen Menschen das Leben schwerer machen kann.
Obwohl Anarres seinen Bewohnern obendrein harte Arbeit abverlangt um sich zu ernähren und Kultur und Freizeit oft zu kurz kommen, spürt man, dass dies ein utopischer Ort ist.
Ich mag dieses Buch sehr, weil die Hauptfigur Shevek so wunderbar selbstverständlich mit dem „nichts besitzen“ umgeht. Le Guin hat mich mit meinem eigenen Konsumverhalten, meinem eigenen ständigen Verlangen nach Neuem konfrontiert.
Die Vorstellung, „meine“ Aquarellpinsel abends einfach in einer gemeinsamen Werkstatt liegen zu lassen und am nächsten Tag vielleicht ganz andere Pinsel zu erwischen, ist für mich nicht positiv utopisch. Ich mag es, dass „die Pinsel, die ich benutze“ meine Pinsel sind. Sanft wird mir der Spiegel vorgehalten, so dass ich das zumindest einmal hinterfrage und benenne.
Immer wieder haben Menschen versucht, zu einer Lebensweise wie „vor dem Sündenfall“ zurückzukehren, alles zu teilen, Privatbesitz auszuschließen. Immer wieder misslingt das, wenn eine Bewegung zu groß wird. So ist es auch den frühen Christen gegangen, die irgendwann zu hierarchischen Strukturen gefunden haben und sich in einer Welt mit Besitzern und Habenichtsen eingerichtet haben. Aber zwischen der totalen Aufgabe von Privatbesitz und unserem Leben in den westlich geprägten Ländern heute ist ein weites Feld.
In Zeiten von Artensterben, Ressourcenausbeuten weit über die Nachhaltigkeitsgrenze und globaler Erwärmung ist es sicher an der Zeit, sehr genau zu überlegen, was wir eigentlich wirklich persönlich brauchen um uns erfüllt zu fühlen und was wir eigentlich auch teilen könnten.
Können wir das hinkriegen? Jesus hat eine Menge Vertrauen in seine Nachfolger gelegt, als er sie aufgefordert hat zu teilen, sich um einander zu kümmern, die Armen nicht zurückzulassen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns das wieder vor Augen halten.
Eine gute Zusammenfassung der Geschichte hat Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Planet_der_Habenichtse
Wer den Roman lesen möchte, kann ihn gebraucht für ca. 15 Euro erwerben. Das Exemplar, in dem ich lese, bleibt erst mal noch hier, ich muss es wohl noch ein paar Mal lesen ehe ich es abgeben kann.

Natascha

PS: Es gibt eine Neuübersetzung, Pölle machte mich drarauf aufmerksam:

bookmark_borderDie Götterwelt des Schwarzen Auges und der Gott der Christenheit

Was wäre eigentlich, wenn ich einen Gott hätte, der sichtbar und nachweisbar Einfluss auf die Geschehnisse der Geschichte nimmt? Quasi als göttliche Intervention?
Ich selbst spiele passioniert „Das Schwarze Auge“ (übrigens auch auf meinem eigenen YouTube-Kanal und dem Kanal eines Freundes). Gerade in Fantasy-RPGs ist es ja recht häufig, dass die Götter, die die Menschen verehren, sichtbar sind. Dass sie aktiv in den Weltenlauf eingreifen. Dass sie ja sogar ihre Priester mit eigener karmaler Magie ausstatten.
Wie wäre es eigentlich, wenn wir Christen einen solchen Gott hätten?
Manchmal wünsche ich mir das. Dass alle Zweifel ausgeräumt sind. Dass Gott auf jeden Fall, nachgewiesenermaßen, existiert. Dass er aktiv in die Welt eingreift, für alle sichtbare Wunder vollbringt, die keinen Raum mehr für Widerspruch lassen: Dieser Gott ist da!
Denn leider bin ich mir nicht immer 100%ig sicher im Glauben. Leider muss ich manchmal zweifeln, wenn ich Nachrichten schaue, und sehe, wie etwa der Amazonas in Flammen steht.
Ein Gott, so wie ihn die Charaktere im Rollenspiel haben, bewiesen und Teil unserer Welt. Das würde da Sicherheit schaffen.
Aber zu welchem Preis? Das wird auf den zweiten Blick deutlich.
Die Götter in Aventurien sind nämlich selbst sehr menschlich, sehr begrenzt. Ihr Wirken ist einklagbar. „Warum hast du an der und der Stelle denn nicht eingegriffen?! Du machst das doch sonst auch!“ Die Götter Aventuriens sind launisch. Manchmal tun sie etwas, und manchmal eben nicht. Und sie bekämpfen sich gegenseitig, tricksen sich gegenseitig aus. Dafür benutzen sie die Menschen. Sie benutzen die schwächeren Menschen für ihre eigenen kleinlichen Fehden und Intrigen. Und die Menschen sind dem ausgeliefert. Denn obwohl ja nicht allmächtig, sind die Götter dennoch absolut übermächtig. Das macht die Menschen zu Sklaven.
Die Götter Aventuriens und auch der meisten anderen Fantasy-Welten sind nicht allmächtig und nicht verborgen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen ihnen und dem Gott der Christenheit. Sie sind selbst Teil des Kosmos, in dem sie leben. Und damit auch seinen Regeln unterworfen, die nun einmal auch bedeuten, dass sich jemand Macht ergaunern kann, wenn er oder sie skrupellos genug ist.
Gott aber agiert ganz anders. Er überragt genau diese Machtstrategien und kann so eine ganz andere Form des Lebens ermöglichen. Eine friedvolle, gemeinschaftliche und erfüllte Existenz, die mit dem Versprechen endet, dass es nach dieser Welt nicht nur weitergeht, sondern noch um ein Unendliches besser wird.
Paulus sagt, als Mensch kann man niemals frei sein. Entweder man untersteht den Götzen – und damit meint er alle möglichen Götter, die eigentlich selbst Teil dieser Welt sind. Oder man untersteht Gott selbst, der größer ist als diese Welt und der uns einen Korridor zu wirklichem Frieden geebnet hat. Das nennt sich dann die christliche Freiheit.


Felix Klemme, Pfarrer in einer Einzelpfarrstelle in einem Vorort von Paderborn, ist 33 Jahre alt und begeistert von Science Fiction in jeglichen Formen, sowie dem Pen and Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA). Er streamt auf seinem YouTube-Kanal (PoelleRPG) gerade die größte Kampagne dieses Rollenspiels und liebt es, Geschichten mitzuerleben und zu erzählen.

bookmark_borderRichtig gute Geschichten

Durch Zufall habe ich das Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ in die Hände bekommen und gleich durchgelesen. Ein tolles Erlebnis, mal wieder ein Theaterstück zu lesen und Harry Potter ist … – Harry Potter eben.
„Harry Potter und das verwunschene Kind“ ist kein Stück von J. K. Rowling alleine; nicht zuletzt Jack Thorne und John Tiffany haben da einiges mitgeschrieben. Ein Theaterstück zu lesen ist anders als ein Buch zu lesen. Es ist ein ganz anderes Medium … aber mich hat es in diesem Fall gepackt. Ich war wieder in der Welt von Harry, Hermine, Ron, Dumbledore ….

Richtig gute Geschichten gehören nicht ihrem Autor, richtig gute Geschichten werden von anderen Menschen auf verschiedenste Art und Weise weitererzählt. Ich frage mich, ob ich mich das bei den Geschichten der Bibel genug traue.
Die Geschichte von Gott und den Menschen ist doch eine richtig gute Geschichte – bzw. mehr als das. Aber traue ich mich, diese Geschichte einfach so weiterzuspinnen? Eine Geschichte von Jesus, die über die Geschichten der Bibel hinausgeht?
Es gibt erste (zum Teil sehr alte) Ansätze und Versuche in diese Richtung, aber so richtig groß und erfolgreich in der Mitte der Kirche? Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir die erst erzählte und dann aufgeschriebene Geschichte von Gott und den Menschen mit unseren neuen Medien weitererzählen …

David, Pfarrer, LARPer, Analog-NERD | Twitter: @Raasch_David

bookmark_borderGeister und Gespenster!

Vielleicht kennt ihr ja die Geschichten um Peter Grant, Londoner Police Constable und Lehrling der Magie (Buchreihe „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovich). Urban Fantasy angereichert mit Kriminalflair und jeder Menge Sarkasmus. Quasi ein erwachsener Harry Potter.
In diesen Geschichten tauchen immer wieder Geister in verschiedenen Formen und Intensitäten auf. Besonders interessant: Peter kommt systematisch dem auf die Spur, was diese Geister wirklich sind. Es handelt sich bei ihnen um Fetzen der Persönlichkeit von Gestorbenen, die durch die Magie in der Welt – einer Art (Lebens-)Energie – weiter befeuert werden und dadurch noch auf der Erde sichtbar und hörbar sind. Also quasi durch Magie angetriebene Reste des Bewusstseins.
Ich habe angefangen mich zu fragen, wie viel Wahres vielleicht darin stecken könnte. Ob es wirklich sein kann, dass durch eine objektive Lebenskraft Teile unserer Persönlichkeiten auch nach unserem Tod auf der Erde „herumspuken“ könnten. Wenn ich jemanden segne oder Segen erhalte, dann spüre ich ja auch irgendwie eine Art Kraftübertragung. Der Theologe Manfred Josuttis nimmt diese Segenskraft nach Paulus (Röm 1,15f.) als „die Kraft des Evangeliums“ absolut wörtlich und meint damit die schöpferische Kraft Gottes, die so ein bisschen wie Magie als unsichtbare Ströme in der Welt existiert. Diese Kraft befeuert unsere Persönlichkeit, macht uns kreativ (was übersetzt ja auch „schöpferisch“ bedeutet). Diese Kraft ist der Ursprung von Leben und allem, was ihm dient, es befeuert. Jesus war so voll von dieser Lebenskraft, dass er selbst „zaubern“ konnte, Wunder vollbracht hat. Er hatte einen Überfluss von Lebenskraft, ja sogar Zugang zur Quelle, mit der er heilen konnte und Dinge tun, die dem Leben dienen. Seine Einblicke in diese Lebenskraft haben ihn Dinge gelehrt, die er uns weitergegeben hat. So kommen wir durch Jesus eben auch an diese Kraft heran.

Also zurück zum Ausgang: Wenn es diese Kraft gibt, kann sie nicht vielleicht sogar Teile unserer Persönlichkeit nach unserem Tod auf dieser Erde weiter befeuern? Geister bilden?
Ich sage dazu nach reiflicher Überlegung ein entschiedenes Jein! Denn das Ganze hat zwei Seiten.
Auf der einen Seite gibt es nichts, was von unserer Persönlichkeit – man könnte es auch „unsterbliche Seele“ nennen, wenn man möchte – nach dem Tod hier zurückbleibt. Den Körper lassen wir zurück. Den vergänglichen Teil unserer Existenz. Den Teil von uns, der zu dieser Erde gehört, die wir durch unseren Tod ja aber gerade verlassen.
Die Persönlichkeit ist da von einer anderen Qualität. Sie ist es ja, die unsere Beziehung zu Gott ausmacht. Sie wird zu ihm gehen. Wird unsere Körper überleben und entweder jetzt schon im Himmelreich* oder am Ende des Zeitenlaufs auf der neuen Erde mit Gott gemeinsam die ewige Hochzeit feiern.
Auf der anderen Seite bleibt ein Teil von uns ja durchaus auch auf der Erde zurück. Die Lebenskraft, die wir während unseres Lebens in diese Welt gesteckt haben. Was wir „gezaubert“ haben. Die Menschen, die wir zurücklassen, werden sich an uns erinnern, uns vermissen. Da sind Dinge, die wir geschaffen haben – als Kind ein Bild für die Eltern gemalt, das seitdem immer am Kühlschrank hängt. Als Erwachsener vielleicht sogar ein Lied für die Frau geschrieben, an die ich mein Herz verloren habe. Begebenheiten, die wir geprägt haben: Freizeiten mitbetreut, Aktionen mitgestaltet, Menschen begegnet und geholfen. Das ist unser Vermächtnis, wenn man es so sagen möchte. Das ist die Lebenskraft, die wir geformt und in die Welt entlassen haben. Unsere Magie. Das sind Fragmente unserer Persönlichkeit, die einen Stempelabdruck in dieser Welt hinterlassen haben. Unsere Kreationen, unser schöpferisches Wirken. An Kultur, oder an anderen Menschen. Das sind die Geister, die wir auf die Welt loslassen. Und die bleiben werden, wenn wir eines Tages den nächsten Schritt gegangen sind. Hinein in eine andere Welt, die vollkommen übersättigt sein wird von dieser Magie. So sehr, dass sie übergeflossen ist in unsere Welt.

Felix Klemme, Pfarrer in einer Einzelpfarrstelle in einem Vorort von Paderborn, ist 33 Jahre alt und begeistert von Science Fiction in jeglichen Formen, sowie dem Pen and Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA). Er streamt auf seinem YouTube-Kanal (PoelleRPG) gerade die größte Kampagne dieses Rollenspiels und liebt es, Geschichten mitzuerleben und zu erzählen.
https://twitter.com/Poeletto

bookmark_borderAuch NERDS brauchen Zukunft – 20.9. Generalstreik für Klimaschutzpolitik

Ich habe Tobi wiedergetroffen. Tobi, einen meiner aktivsten Mitarbeiter in der evangelischen Jugend in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends. Auf Jugendfreizeiten schmiss er die Küche für 40 Personen.
Chef Nerd, der Tobi! Bei LAN-Partys hatte er den Nickname „Teletobi“. Für sein erstes LARP hat er sich ein Polster-Bat’leth gebaut. Er hat Physik studiert, am CERN geforscht und meinen kleinen Nerd-Horizont weit überschritten. Problemlos hätte er einen der Wissenschaftler in „Bigbang-Theorie“ vertreten können und wäre dabei deutlich weniger „akward“ gewesen. Evangelische Jugend halt.
Wir haben uns nie so ganz aus den Augen verloren, waren bei unseren Hochzeiten gegenseitig Gäste und haben uns immer wieder mal auf Geburtstagspartys gesehen. Irgendwann werde ich vielleicht seine Kinder taufen dürfen wenn die einverstanden sind.
Als ich ihn letztens wieder getroffen habe, hat er mich eingeladen noch in seiner Firma ’nen Kaffee zu trinken. Ich wurde den anderen Mitarbeitenden vorgestellt als die Frau von der Gemeinde, die LAN-Partys organisiert und hatte damit den benötigten Eintrittspass um in „Nerd-Central“ in der Küche sitzen und mitquatschen zu dürfen.
Es ist gut, dass wir einander getroffen haben, denn wir arbeiten an einem gemeinsamen Ziel. Das erklärt er in einem Artikel, den er für unseren Gemeindebrief geschrieben hat. Den will ich euch nicht vorenthalten.

„Hey Tobi, was machst du denn hier?“
Die Verwirrung war mir noch ins Gesicht geschrieben, als ich mich umdrehte um eine Freundin wiederzusehen. Aber in einer ganz anderen Situation als früher.
Natascha Luther hat mit uns Freizeiten veranstaltet, Computerspiele gespielt und Gemeindefeste auf- und abgebaut. Am 24. Mai habe ich sie mal wieder getroffen. Vorm RWE Tower in Dortmund, in einem Zug von über 6.000 Menschen, die größtenteils viel jünger waren als wir beide. Bei Fridays for Future.
Ja klar, Natascha hat sich schon immer für Nachhaltigkeit engagiert. Im christlichen Sinne, aber oft auch weit darüber hinaus. Das hat mich manchmal genervt und manchmal habe ich es bewundert. Aber warum war ich eigentlich da?

In der Zwischenzeit war einiges passiert. Die gemeinsamen Spieleabende in der Gemeinde und die enge Bindung an Paul-Gerhardt lagen in den frühen 2000er Jahren. Der Klimaschutz hatte mit dem Kyoto-Protokoll einen Meilenstein zu verbuchen und der 11. September erschien uns als die größte Herausforderung unserer Zeit. Heute blicke ich zurück auf Studium, Bankenkrise, Forschung und die Gründung einer Familie und mir erschien so vieles wichtiger. In Paris hatte die Welt doch endlich beschlossen, der Klimakrise entschieden entgegenzutreten.
Bis eine junge Schwedin freitags ihren Unterricht bestreikte und in der Folge Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt. Es wurde klar: Seit dem Kyoto-Protokoll 1998 haben die Industriestaaten dieser Erde den Raubbau an unserer Zukunft ungebremst, ja sogar intensiver als vorher fortgesetzt. Und ehrlich gesagt, macht mir das Angst.
Im März diesen Jahres haben führende Klimaforscher und Klimaforscherinnen in Deutschland alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gebeten, die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Denn die Fridays for Future-Bewegung hat etwas geschafft, was die Wissenschaft vorher vergeblich versucht hat. Eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu bringen.

Diese Herausforderung ist nicht mehr und nicht weniger als der Kampf um die Welt, wie wir sie kennen. Wohlstand, Natur, Kultur. Aber vor allem der um die Fähigkeit unseres Planeten, genug Nahrung für alle Lebewesen, die auf ihm wohnen, bereitzustellen.
Seit Mai bin ich nun mit vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus der Wissenschaft mit den Scientists 4 Future dabei, diesen Kampf anzunehmen. Und so habe ich Natascha wiedergetroffen.
Jeder von uns hat tausende Fragen zu diesem Thema, aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Betrifft mich das überhaupt? Wie schlimm wird es denn?
Kann ich als Einzelner etwas tun?
Kann Deutschland überhaupt etwas tun?
Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit Zahlen beschäftigt, mit Politikern und mit Expertinnen gesprochen, Daten ausgewertet und Prognosen angesehen.
Und eigentlich erscheint mir alles ganz einfach: Wenn ich meinen Kindern ein Leben ermöglichen möchte, das nur im Ansatz so frei von Not ist, wie meines bisher war, dann hat das nichts zu tun mit individuellem Wohlstand. Es geht nur um die Frage, ob wir politisch und gesellschaftlich in der Lage sind unsere Lebensweise so anzupassen, dass unsere Erde sich nicht weiter aufheizt, denn das tut sie im Moment. Immer weiter und immer weiter und wir Menschen in den reichen Ländern dieser Welt tragen die fast alleinige Verantwortung dafür.
Am 20.09. ruft Fridays for Future zum nächsten „globalen Klimastreik“ auf. Die Schüler brauchen an diesem Tag die Unterstützung aus der ganzen Gesellschaft. Wir alle müssen auf die Straße zu gehen um zu zeigen, dass wir bereit sind etwas zu ändern und dass wir mit Mut in die Zukunft gehen. Der vergangene Kirchentag hatte die Losung „Was für ein Vertrauen“. Die Jugend ruft uns Eltern und Großeltern dazu auf, ihrem Vertrauen in uns gerecht zu werden. Nur mit uns kann das verändert werden, was verändert werden muss. Packen wir‘s an.

bookmark_borderVon Brettspielen und Gottes Allmacht

Der Kirchentag ist vergangen und nun beginnt die Nachlese. Für mich ist vor allem ein Workshop im Gedächtnis geblieben, der mich zum Nachdenken gebracht hat.

Während der Nerdchurch gab es einen Workshop, bei dem die Teilnehmenden aufgefordert wurden, einen Glaubensinhalt durch etwas zu erklären, woran sie ihr Herz hängen. Der Pfarrer, der uns diese Aufgabe stellte, meinte, Gottesdienste seien auch dann so unnahbar und unattraktiv, wenn das eigene Leben nicht vorkommt. Und Nerds würden eben mit sehr viel Liebe an etwas hängen, was andere zuweilen nicht verstehen z. B. Star Trek oder Fantasy-Rollenspiele. Für uns Nerds sollten wir also versuchen etwas in unserer Sprache auszudrücken.
Ich versuchte mich also an der Allmacht Gottes. Warum ist die Welt an so vielen Stellen Scheiße wie sie nun mal ist? Kriege, Umweltzerstörung, schlechte Menschen etc. wenn Gott allmächtig ist?

Also wenn ich ein Brettspiel spiele, bin ich ein wenig allmächtig. Ich bestimme das Spielfeld, die Pöppel und die Regeln. Wie wäre es also, wenn es ein Brettspiel gäbe, bei dem ich eine Regel hätte, die mir genau sagt, was ich zu tun habe, bei jeder einzelnen Entscheidung? Oder wenn die ganze Zeit jemand neben mir steht, der mir genau sagt, was ich tun muss? Ich glaube, ich würde das Spiel nicht spielen wollen. Spiele leben davon, nicht zu wissen wer gewinnt. Spiele leben davon, gewinnen zu können genauso wie zu verlieren. Und in meinem Leben ist es doch das Gleiche. Ich will Entscheidungen selbst treffen. Und ja, mir ist bewusst, dass ich dabei auch falsch liegen kann. Aber ich will die Freiheit haben auch Fehler zu machen, und wie viele Fehler wir machen sehen wir an unserer Welt. Doch Gott (ob nun allmächtig oder nicht) hat uns diese Freiheit geschenkt.
Nun saß ich mit anderen Menschen zusammen, die Brettspiele ebenso lieben wie ich. Es folgte eine angeregte Diskussion, die den folgenden Punkt hervorbrachte:
Aber – es gibt doch auch Menschen, die sagen – die Bibel ist die Richtschnur des Lebens. Nur wenn du alle Entscheidungen an diesem Buch ausrichtest, dann erfüllst du Gottes Willen. Und in der Bibel steht für jede Entscheidung eine klare Anweisung, wie man sich zu verhalten hat. Auf dem Kirchentag trifft man solche Menschen ja gerne an U-Bahn-Stationen und bekommt lustige Flyer in die Hand gedrückt.
Wie wäre es, die Bibel als Spielanleitung unseres Lebens anzusehen? Wir kennen alle die Spielregeln von „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Wer alle vier Pöppel im eigenen Haus hat, darf dreimal würfeln. Bei einer sechs darf man herausziehen – egal wie lange das dauert. Wer jemals mit einer zum Jähzorn neigenden Vierjährigen gespielt hat, der wird feststellen, dass die Zusatzregel „Und wenn es zweimal hintereinander nicht geklappt hat, darf man automatisch einen Pöppel auf das Feld ziehen“ die Spielfreude und Dauer deutlich erhöht. Hausregeln sind absolut gängig. Bei Doppelkopfrunden sogar zuweilen absolut unangefochten Teil des Spiels. Spielregeln sind immer lückenhaft. Es kommt eine Situation im Spiel, die eben nicht genau beschrieben ist, was tut man dann? Es wird diskutiert und eine Lösung gefunden, die im Sinne des Spiels und der Freude aller ist. In diesem Sinne kann ich auch die Bibel verstehen: Sie wird diskutiert und dann findet man eine Lösung, die im Sinne des Lebens und der Freude am Leben ist. Nicht als Reglementierung oder Verbot für abweichendes Verhalten.
Und dann sagte in unserem Workshop ein junger Mann etwas, was mich nachhaltig beeindruckt hat:
„Aber es gibt einen Unterschied zwischen Spiel und Leben: Beim Spiel kann ich verlieren und wieder von vorne anfangen, im Leben nicht.“
Diese Aussage stimme in zweierlei Hinsicht nicht, wurde uns klar: Zum einen kann ich kein Spiel wirklich von vorne anfangen. Bei jedem Durchlauf lerne ich dazu. Ich mache Fehler und werde sie bei einer neuen Partie nicht wiederholen.Und zum anderen, und das trage ich bis heute im Herzen, ist doch genau das Gottes Weg mit uns: Egal ob wir im Leben verlieren, Fehler machen oder in die Irre laufen: Gott lädt uns ein, immer wieder mit ihm von vorne anzufangen. Es gibt kein Verlieren bei Gott ohne den Neuanfang, keine ewige Verdammnis. Der Gott, an den ich als evangelischer Christ glaube, nimmt uns an, so wie wir sind, und reicht uns für jeden Neuanfang mit ihm die Hand.
Ein Workshop von 20 Minuten Länge, der den Bogen von Gottes Allmacht über die Bibel zu Gottes Liebe schlägt – anhand von Brettspielen. Ich glaube, dass es wichtig ist die frohe Botschaft mit den Menschen zu teilen, und zwar so, dass sie diese verstehen.

Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf die Nerdchurch in Frankfurt 2021 beim Ökumenischen Kirchentag.

Malte Hausmann

bookmark_borderRückblick und Ausblick

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

Hermine hat nicht genug Zeit alles zu schaffen. Sie ist gehetzt. Sie will Wissen und Erfahrung an sich raffen, kann nicht genug bekommen. Sie will alles schaffen, alles erledigen, jedem gerecht werden. Hier im Ruhrgebiet würden wir sagen: „Sie kann den Hals nicht voll genug kriegen“. Sie bekommt einen Zeitumkehrer um noch mehr in ihren ohnehin vollgestopften Stundenplan zu quetschen. Im Vorfeld des Kirchentages wurde bei Twitter auch überlegt, dass ein Zeitumkehrer gut wäre um alles, alles mitzubekommen, all die spannenden Veranstaltungen, Konzerte, Angebote.
the-nerdchurch hatte auf dem Kirchentag ihre Stunde. Nach dem wir wie die Irren vorbereitet und Werbung gemacht hatten, und auch auf dem Abend der Begegnung noch mal unterwegs waren um sie alle zu finden, war der Tag plötzlich da.


Im Laufe des 21. Juni sind um die 200 Menschen gekommen, um eine oder mehrere der Veranstaltungen bei the_nerdchurch mitzumachen. Wir haben uns über jede und jeden von euch gefreut, toll, dass ihr euch auf den Weg gemacht habt.
Danke für die viele Unterstützung, die vielen retweets, likes, verteilten Visitenkarten und Flyer, WhatsApp-Statusmeldungen und die viele Mund-zu-Mund-Propaganda.

Danke an die Referenten, die vielen Helfenden in Dungeon, Küche und an den Spieltischen.

Es war eine begeisternde Veranstaltung und wir haben im Vorfeld schon zu ahnen begonnen, dass es vielleicht nicht nur eine einmalige Veranstaltung sondern ein Auftakt sein könnte. 

Es geht weiter … aber wie?
Zumal wir jetzt vor der lustigen Frage stehen, wer wir eigentlich sind. Vor dem Kirchentag waren wir Organisatoren einer Veranstaltung. Jetzt entdecken wir uns als Netzwerker und Gesprächspartner. Und wir freuen uns, dass das Team wächst.

Es ist nicht eine Spartenkirche, die wir uns wünschen, sondern Akzeptanz und Raum in der Kirche, in der wir uns schon zuhause fühlen. Gelassenheit angesichts unserer besonderen nerdigen Features, Offenheit eben für die christlichen Nerds, die Freiheit für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende ihr Nerdsein als Teil der christlichen Gemeinschaft zu leben. Es war auch ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung und Durchführung des ersten Liveevents von „the-nerdchurch“,  die Nicht-Nerds in der gastgebenden Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde einzubeziehen, Fragen zu beantworten und im Dialog zu bleiben. Das soll auch so bleiben. Wir haben schon im Vorfeld des Kirchentages viele spannende Kooperationspartner gehabt, und wir wollen sie alle finden. Wir konnten an einem solchen Tag auch gar nicht alle Facetten des Nerd-Seins abdecken. Da geht noch was. Bisher sind die meisten von uns evangelisch, aber wir freuen uns auf konfessionsübergreifenden Kontakt auch im Hinblick auf den kommenden Kirchentag in Frankfurt. Mal schauen, wie es da so weiter geht.

Hermine sieht es irgendwann ein, sie muss ihr Leben sortieren, Dinge sein lassen, um das, was sie macht, mit mehr Freude erleben zu können.
Wir haben auch keinen Zeitumkehrer und würden den auch gar nicht benutzen wollen. Darum brauchen wir jetzt erst mal eine Pause. In den nächsten Wochen wird dieser Blog nur sporadisch befüllt werden, bevor wir uns nach dem Sommer wieder zurückmelden.

Ein bisschen Hausputz steht an:
Umzug auf werbefreien Server (Huch, wir machen weiter, dann brauchen wir jetzt aber mal was Anständiges!)
Linkliste, die immer länger werden darf, zu Nerd-christlichen oder christlich-nerdigen Seiten, Projekten, Angeboten
Mehr Leute ins Boot holen, die Beiträge und Andachten schreiben und bei der Kommunikation helfen
Ein Barcamp zum Thema „Kirche online“ besuchen, denn so gerne wir uns offline treffen, wir sind über die ganze Republik verstreut, da muss die Party schon auch ins Netz.
Pläne schmieden …

Habt einen großartigen Sommer und nicht vergessen, was Wolfgang von der Nerdgemeinde immer sagt: „Gott liebt uns Nerds“!

Tascha