bookmark_borderCritchzauber ist eine Sünde gegen den Märtyrer!

Von einer viktorianisch-steampunkig anmutenden Fantasy-Welt, bevölkert von Faunen, Feen voller dunkler Magie, Machtspielen und Krieg erzählt die Amazon-Serie Carnival Row.

Auf das Dichteste gedrängt spiegelt sie aber auch einige der größten Probleme, mit denen wir heute konfrontiert sind, wider. Der Umgang mit Flüchtlingen, Rassismus, Rechtspopulismus, religiöser Fanatismus ziehen sich als roter Faden durch die Geschichte und führen am Ende der Staffel an einen Ort, den ich nur als „Ghetto“ bezeichnen kann. Nur der Klimawandel ist noch nicht thematisiert, auch wenn mit der (verlorenen) Welt der Feen und Faune das letzte Stückchen Grün aus der Serie verschwunden zu sein scheint.

Für alte Hasen der Fantasy fühlt sich diese massive Allegorie für alles, was schief gehen kann in einer Gesellschaft, ein bisschen zu offensichtlich und bemerkenswert geballt an. Für Neueinsteiger und solche, die es eilig haben, könnte das aber ein wirkungsvolles Format sein.

Ich habe mich auf diese Achterbahn durch diese fantastische Welt einfach eingelassen und acht Folgen lang schöne Bilder gesehen, einige Liebesgeschichten verfolgt und einen netten Krimiplot genossen.

Bei so einem dichtgepackten Paket an mir vorgehaltenen Spiegeln darf natürlich auch die Religion nicht fehlen. Während die Die Feen eine nicht näher beschriebene Art von Natur-Magie, mal hell mal dunkel betreiben (natürlich), bezieht sich das menschliche Establishment auch nicht sehr ausdefiniert auf einen Märtyrer und hält Critchzauber (natürlich) für Sünde.

Auch der respektlose Umgang mit den Heiligtümern der „Verlierer-Kultur“ wird thematisiert in Form einer Ausstellung mit Gegenständen, die aus der Feenwelt geraubt wurden.

Der Märtyrer, auf den sich die Menschen berufen, wird als Antwort auf unser Kruzifix als Erhängter dargestellt, mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Passend dazu trägt der Klerus anscheinend eine Schlinge um den Hals. Das Fluchwort dazu: „God‘s Noose“ (Gottes Schlinge)

Ja, passt. Es passt zu all den anderen offensichtlichen Hinweisen darauf, wie es in unserer Welt läuft. Ich habe mich in meiner Welt an das Kreuz mit Korpus gewöhnt, schließlich ist es unentwirrbar mit westlicher Kunstgeschichte verwoben. Für jemanden, der nichts über das Christentum weiß, ist so ein Kreuz mit Korpus vermutlich nichts anderes als die Darstellung eines brutalen Todes. Das Opfer von Folterung an die Wände von Kinderheimen und Schulen zu hängen, könnte also ein Problem sein, auf das hier aufmerksam gemacht wird.

Da in Carnival Row bisher keine tiefgreifende Religionskritik betrieben wird, sondern nur auf die Auswirkung dieser religiösen Haltung hingewiesen wird, kann ich dazu genauso nicken, wie zu all der anderen Gesellschaftskritik, die in der Serie vorkommt.

Beim Surfen über den Märtyrer aus der Carnival Row habe ich dann auch festgestellt, dass – auch wenn ich das Gefühl habe, dass dieses Thema schon oft behandelt wurde – es einer neuen Generation von Fantasy-Liebhabern auch ganz neu dieses Aha-Erlebnis verschaffen kann: Fantasy ist nicht unbedingt Flucht in eine andere Welt, die mit unserer Welt nichts zu tun hat, die beste Fantasy (finde ich) hat einen Spiegel in der Hand.

„Als ich den erhängten Gott in dieser Show sah, hat sich mein Blick auf Jesus am Kreuz wirklich verändert. Ich meine, es schockierte mich, wie ähnlich er Jesus war, und auch, wie unwohl ich mich dabei fühlte. Sicherlich ein echter Augenöffner …“
„Es war seltsam und unheimlich für mich, aber dann wurde mir klar, dass wir Katholiken Jesus Christus am Kreuz haben. Manchmal ganz blutig!“

Reddit: The imagery of The Martyr is unsettling

Der Spiegel, mit dem Carnival Row daherkommt, ist schon arg groß, vergrößernd, teilweise frei von Raffinesse, aber vielleicht ist es genau der Spiegel, den unsere Zeit braucht, ein Spiegel, der an Deutlichkeit nichts vermissen lässt.

Ein bisschen verzerrt und damit interessanter wird die Oberfläche des Spiegels schließlich doch noch mit einer Prozession von Faunen, die als Flagellanten durch die Stadt ziehen und den „Hidden One” anrufen, weil sie scheinbar einer Sekte angehören, von der wir auch nach acht Folgen noch nicht viel wissen, außer dass sie fanatisch sind, und zu Attentaten bereit.

(Achtung Spoiler! Dass die dunkelsten Zauber (natürlich) nicht von Feen, sondern Menschen ausgeführt werden, ist hingegen schon wieder Klischee.)

Ich freue mich auf die zweite Staffel. Vielleicht werden einzelne Aspekte der Religionen ja noch ein bisschen weiter ausgebaut. Vielleicht gibt es ja noch mehr von der Welt zu sehen, die wirklich schöne Bilder zu bieten hat, allein dafür hat sich das Gucken gelohnt.

NL

bookmark_borderDay of the Nerd

„Da wachte Jakob auf und sagte: »An diesem Ort ist der Herr, und ich habe es nicht gewusst.« 17 Und er hatte Angst und sagte: »Was für ein Ehrfurcht gebietender Ort! Hier ist das Haus Gottes – das Tor zum Himmel!« 18 Am nächsten Morgen stand er in aller Frühe auf. Er nahm den Stein, den er als Kissen benutzt hatte, und stellte ihn als Gedenkstein auf.“
1. Mose 28, 16-18

„Meine“ Kirche wurde direkt nach dem 1. Weltkrieg gebaut. Sie ist eine sogenannte Notzeitkirche, entwickelt vom Architekten Otto Bartning. Bartning war selber Christ, hatte schon viele Kirchen erbaut und sich intensive Gedanken darüber gemacht, wie ein Gotteshaus gestaltet sein sollte, um der Gemeinde ein optimales Zuhause zu bieten.
Direkt nach dem Krieg gab es für die Gemeinde nur ein großes Wohnzimmer, in dem man sich treffen konnte, da war diese Notzeitkirche, durch Spenden aus dem Ausland und serielle Bauweise günstig zu  erwerben, ein Geschenk des Himmels. Endlich konnten sich bis zu 400 Leute an einem Ort versammeln, um Gottesdienst zu feiern.
Mit den Konfis habe ich überlegt warum Leute in einer Zeit, in der es viel zu wenig Wohnraum gab und das Essen kaum ausreichte um alle satt zu kriegen, sich daran machen eine Kirche zu erbauen.
Ihre Antworten: Um einen Ort des Trosts zu haben, einen Ort, an dem man sich geborgen fühlt, einen Ort, um seine Sorgen vor Gott zu tragen, einen Ort und um Gemeinschaft zu erleben.

Nun leben auch wir gerade in seltsamen Zeiten. Eine „Notzeit“ mag ich es hier in Deutschland nicht nennen, schließlich haben wir die Pandemie bisher vergleichsweise sehr glimpflich überstanden.
Doch mit 400 Leuten in unserer kleinen Kirche Gottesdienst feiern? Das geht leider gar nicht.
Während des „Lockdowns“ haben viele Leute Gottesdienst zu Hause gefeiert über den Fernseher, per Videokonferenz oder Youtube. Wer sich schon länger mit dem Thema digitale Kirche befasst, hat einen ungeahnten Aufwind verspürt. Plötzlich waren Fähigkeiten gefragt, die vorher milde belächelt wurden.

Es war die Stunde des Nerds.
(für den mir noch immer die passende weibliche Form fehlt)

Die Frage ob so ein Haus Gottes, oder ein Gotteshaus nicht vielleicht auch im Internet sein kann, wurde plötzlich nicht mehr nur in einer kleinen Community sondern recht großflächig diskutiert.
Auch wenn jetzt im Sommer das Leben draußen stattfindet, einen Corona-Winter wird es wohl noch geben, mit digitaler Kirche und online Begegnung.

Aber wie geht es dann weiter? Hat der Nerd dann seine/ihre Schuldigkeit getan und kann gehen? Ein bisschen macht sich dieses Gefühl ja jetzt schon breit: „Echte“ Treffen sind immer besser meinen manche Leute.
Aber Ich bin nicht bereit die digitale Begegnung als „second best“ abzutun. Unsere kleine Zoom Gemeinschaft, die sich im Frühjahr viele Wochen lang regelmäßig getroffen hat, ist ohne Zweifel eine christliche Gemeinschaft gewesen. Nicht mehr aber auch nicht weniger andächtig und innig, als es eine analoge Andacht sein kann. Es war ein digitaler Ort des Trostes wo wir unsere Sorgen und Freuden miteinander vor Gott tragen konnten.
Der Bonus war, dass Leute teilnehmen konnten die weit verstreut leben und sich sonst nur selten zur gemeinsamen Andacht treffen würden.

Werden wir es hinkriegen „nach Corona“ die positiven Erfahrungen mit zu nehmen und auch die „Muggels“ immer mal im digitalen Gotteshaus begrüßen dürfen?  Oder werden die Nerds wieder in ihren Löchern und Blasen verschwinden und alle anderen froh sein, dass dieser „Unsinn“ endlich vorbei ist? Die einfache Notzeitkirche aus der Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg hat sich bewährt. Seit vielen Jahrzehnten dient sie uns als Gotteshaus. Zwischendurch hat sie ein paar Upgrades gebraucht und nun, in Zeiten des Klimawandels, steht die Frage im Raum, ob sie wegen ihrer schlechten Heizbarkeit nicht mal ein paar grundsätzliche Veränderungen braucht. Aber abreißen und was schickes neues bauen, das käme niemandem in den Sinn. Obwohl sie aus schlechten Zeiten stammt, ist sie gut und richtig.

Diese Erkenntnis ist aus meiner Sicht auf die digitale Kirche zu übertragen. Sie hat sich in schlechten Zeiten bewährt. Lasst sie uns upgraden, erweitern und umbauen damit sie noch besser wird, aber auf keinen Fall abreißen!

Bauzeichnung, Ev. Paul-Gerhardt-Kirche, Dortmund

Paul-Gerhardt-Kirche, Dortmund

bookmark_borderDa wohnt ein Sehnen – LARP und Gottes Friede

Wer nach einer Definition für Rassismus sucht, wird selten nur eine finden. Rassismen, Ausländerfeindlichkeit oder Fremdenfeindlichkeit geben sich da die Klinke in die Hand. Alle Definitionen greifen jedoch für das Themengebiet LARP nicht, da wir es hier nicht nur mit Menschen zu tun haben. Greifen sie wirklich zu kurz?

Ich erlebe im LARP oft, wie sich tolerante, sozial kompetente Menschen in (aus meiner Sicht) rassistische Arschlöcher verwandeln und alle anderen tolerieren es. Die liebsten Feindbilder sind dabei: Orks, Goblins und Dunkelelfen. Alles drei sogenannte nichtmenschliche „Rassen“. (Zum Kotzen der Begriff.) Man könnte meinen, diese Fantansy-Völker hätten nichts mit Menschen gemeinsam. Doch kommen in Fantasy-Welten durchaus Vermischungen vor: Der Halbriese Hagrid im Harry Potter-Universum, die Halborkin Gora im Wow-Universum oder Tanis Halbelf im Drachenlanzen-Universum. Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Angehörigen dieser „Rassen“ nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu eben dieser Rasse denunziert, verfolgt, verachtet und abgeschlachtet.

Muss ich wirklich mehr sagen, warum mir da der Begriff „Rassismus“ in den Sinn kommt?

„Wir können nur das spielen, was wir kennen.“ Eine traurige Wahrheit? Wir vereinfachen im LARP die Welt an so vielen Stellen. Gut und Böse sind (vermeintlich) klar zu trennen. Strahlende Helden und fiese Bösewichte treffen aufeinander. Das Rechtssystem ist schnell und klar: Du begehst ein Verbrechen und wirst per Selbstjustiz eliminiert. Richter, Ankläger und Henker in einer Person (Judge Dredd lässt grüßen) ist ein gängiges Muster. Hier werden Selbstjustiz und Rassismen reproduziert, selten hinterfragt und noch seltener geahndet. Wollen wir so etwas spielen?

Können wir wirklich nur das spielen, was wir kennen? Ich will diese einfache Aussage hinterfragen. Wer kennt denn schon Orks oder Goblins? Habt ihr jemals mit einem Kaffee getrunken? Können wir nicht auch das spielen, was wir träumen und erhoffen? Sind wir nicht in einer Welt unterwegs, die aus Phantasie besteht?

Wie wäre das, wir würden mal für ein Wochenende Frieden spielen? Frieden, wie Gott ihn für uns Menschen vorsieht und den wir in der Realität an so vielen Stellen schmerzlich vermissen. Ohne Neid, ohne Missgunst, ohne Ausgrenzung.

Können wir das? Und wäre das Spiel dann noch aufregend genug? Wie sähe ein Plot aus?

Manchmal gibt es sie, die Ambiente Cons, die ohne klar erkennbaren Plot daherkommen. Auf denen Kinder, dreckig wie nichts Gutes und glücklich bis über beide Ohren, barfuß durch den Matsch springen. Auf denen Erwachsene sich gegenseitig in alten Handwerkskünsten unterrichten und sich selbstlos helfen. Auf denen erwachsene Männer nach dem Mittagsschlaf zusammen im Schatten sitzen und Karten spielen.

Wie wäre das, ein Wochenende Frieden?

Ich kann vieles an den Pforten eines LARPs zurücklassen: mein Handy, meine in Bangladesch gefertigte Kleidung und meinen Sinn für Hygiene. Was ich nicht zurücklassen kann, will oder werde, ist eine tiefe Sehnsucht nach Frieden.

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ textet Eugen Ecker, und weiter „um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.“

Ohne diese Hoffnung wäre ich kein Mensch. Und so sehe ich es kritisch, wenn wir im Rollenspiel immer noch von „Rassen“ sprechen, als ob es sie geben würde.

Ich wünsche mir für uns alle mehr Mut zu neuen Wegen, auch im LARP.


bookmark_borderWir machen Pause

Sie sagt es so viel besser, als wir es gerade formulieren könnten:

Das Team der the_nerdchurch besteht aus Pfarrpersonen, Gemeindepädagoginnen und Pädagogen, Diakonen und Leuten die im Ehrenamt die christliche Gemeinschaft mit tragen.
Zwischen Hygienekonzepten und digitaler Präsenz herum hopsend, brauchen wir jetzt mal eine Pause und freuen uns darauf Euch hier im Herbst wieder zu begrüßen.
Bis dahin hält Euch Micha, „tatsächlich Pastor“ sehr gerne bei guter Laune, schaut da mal vorbei!

bookmark_borderAltered Carbon – Unsterblichkeit aus Menschenhand

Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm ist eine Netflix-Serie basierend auf dem gleichnamigen Roman von Richard Morgan.

Das Universum hat in dieser Geschichte eine große Besonderheit, die fast alles in ihr bestimmt: Menschen können ihr komplettes Bewusstsein, ihre Identität und Erinnerungen auf Datenspeicher übertragen. Diese „Stacks“ sind dann quasi als USB-Sticks in andere Körper transferierbar. Viele der Körper sind Klone, die sogar mit diversen Upgrades nur dazu produziert sind, dass man seinen Stack in deren Genick steckt, um in ihnen ein noch besseres Leben zu leben als im Körper seiner Geburt.

Die Lebensweise der Menschen hat sich dadurch massiv verändert. Es ist möglich, quasi unsterblich zu werden. Die Superreichen der Gesellschaft haben orbitale Apparaturen bauen lassen, mit denen sie ihr Bewusstsein regelmäßig abspeichern lassen, um vor der Eventualität eines plötzlichen Todes gewappnet zu sein. Körper sind nicht mehr als eine Ware, die man mieten, kaufen und zerstören kann.

Diese Möglichkeiten haben aber eben nur die Superreichen. Die anderen können lediglich ein ganzes Leben darauf sparen. Oder sie müssen zusehen, wie ihre Lieben einer nach dem anderen sterben, obwohl dies vermeidbar gewesen wäre. Das Leben selbst ist zur Ware geworden, die sich mal wieder nur die Privilegierten leisten können.

Dieses Szenario ist insofern durchaus realistisch. Denn es ist menschlich. So gehen Menschen damit um, wenn sie den Schlüssel zur Unsterblichkeit besitzen. Sie ist eben eine Ware und damit auch ein Privileg für die Reichsten und Mächtigsten. Wie so viele andere Waren auch.

Gott ist da absolut anders. Er hält nicht zurück, behält nicht für sich. Er stellt jeder und jedem ewiges Leben in Aussicht. Er wählt sich nicht nur ganz bestimmte elitäre Menschen aus, die er daran teilhaben lässt. Die es sich leisten können. Gott gibt, und trägt auf, noch mehr Menschen heranzuholen, die auch etwas von diesem Leben abbekommen sollen. Gott ist der Sämann (Mk 4), der sein Saatgut überall hinschmeißt! In die ganze Landschaft! Mit vollen Händen packt er in den Beutel, kippt das Leben über uns aus. Konfrontiert uns jeden Tag auf‘s Neue mit kleinen Samenkörnern von dem Leben, das er für uns vorgesehen hat. Das er uns schenkt.

Denn dazu kommt noch eine qualitative Ebene. Vielleicht ist euch die unterschiedliche Wortwahl aufgefallen. Wir werden durch Gottes Gabe nicht unsterblich. Wir erhalten ewiges Leben. Werden Teil von Gottes Gemeinschaft, und damit wortwörtlich ein Teil von etwas, das größer ist als der Tod. Das Geschenk von Gottes ewigem Leben gibt es zusammen mit seinem Geschenk seiner Liebe: der Umsicht füreinander und auch der Annahme von mir selbst und meinen eigenen Unzulänglichkeiten. Kein Ausstechen. Kein Privilegien-horten. Kein „Es-sich-leisten-können“. Sondern ein gemeinsames Existieren im Guten in dem, was Gott ein „wahres Leben“ nennt. In dem Menschen sich Güte schenken, sich gegenseitig stärken. Dafür sorgen, dass alles Gute, was zur Verfügung steht, auch allen zu Gute kommen kann. Alle zusammen, nicht jeder für sich. So macht Gott uns alle nämlich auch zu Sämännern. Indem wir jeden Tag kleine Samenkörner des wahren Lebens an Menschen verteilen. Indem wir unseren Beutel mit Gutem nehmen und ihn über anderen ausschütten. Und uns damit gegenseitig Liebe und Leben schenken, so wie Gott das tut.

Ich habe gestockt, als ich die kaputte und korrupte Welt von Altered Carbon gesehen habe, und mir aufgefallen ist, dass diese Unsterblichkeit im Vergleich zu Gottes Leben nicht viel wert ist. Denn was nützt mir ein nicht endendes Leben, welches ich allein mit dem Ziel verbringe, andere auszustechen, um diese bloße Existenz noch weiter zu verlängern?

Darin steckt das dunkle Drama dieser Serienwelt. Und das genaue Gegenbild zu dem, was Gott uns bietet.

bookmark_borderTrailer


Wir haben einen kleinen Taeser oder Trailer gebastelt, mit bewährt schlechter Tonqualität aber dafür um so wichtigeren Aussagen.
Aus bisher unveröffentlichtem Material.

Seine Premiere hatte das Streifchen bei der online Levelup Konferenz am 9.5.20.

Bei einem Workshop anderswo haben wir den Versuch unternommen, in 50 Worten zu erklären, worum es bei der Nerdchurch geht:

Ein Netzwerk, das Christinnen und Christen
mit „nerdigen“ Interessen und Hobbys zusammen bringt.

Ein Netzwerk von Leuten, die „nerdige“ Verkündigung
entwickeln, ausprobieren und erleben wollen.

Ein Netzwerke, das in Gemeinden und Kirchenkreise hinein wirkt, um das große Potential, das „Nerds“ mit bringen, der christlichen Gemeinschaft zugänglich zu machen.

Das sind sogar nur 48 Wörter. 42 wäre natürlich stilvoll. Wir arbeiten dran.

bookmark_borderHarry Potter und das verführte Schaf

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2 Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen:
So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? 3 Aber ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe wollt ihr nicht weiden. 4 Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.

Ezechiel 34, 1-4

Letzten Sonntag war der „Hirten und Schafe“-Sonntag, für den sechs biblische Texte vorgesehen sind, in denen es um die Frage geht, wer ein guter, wer ein schlechter Hirte ist und wie sich Schafe eigentlich verhalten. Nachdem ich dazu zwei Zoom-Andachten gehalten habe, schwirrt das Thema weiter in meinem Kopf herum.

Beim Bild vom Hirten und den Schafen geht es im ersten Testament darum, wie ein guter Anführer sich verhalten sollte. Im Neuen Testament wird das Bild des guten Hirten dann auch verwendet, um Jesus zu beschreiben. Schlechte Hirten haben nur die eigenen Vorteile im Blick, ihnen sind die Schafe als einzelne Wesen total egal, während gute Hirten bereit sind Opfer zu bringen und sich selber zurückzunehmen.
Der gute Hirte war das perfekte Bild um einen sorgsam handelnden Anführer zu beschreiben.
Aber wir wollen natürlich keine dummen Schafe sein, die der Politik uneingeschränkt zustimmen und das ist sicher auch gut so, wenn ich mir unsere Parteienlandschaft und einige Politiker so ansehe.
Von rechten Demagogen verführt, blöken dumme Schafe die Parolen nach, die ihnen eingeimpft werden. In George Orwells Roman „Farm der Tiere“ blöken sie immerfort „Vierbeiner gut – Zweibeiner schlecht“, das ist die von den Schweinen ausgegebene Parole, der einzige Inhalt, den die Schafe sich merken können. Sie blöken diesen Satz im Chor und übertönen damit jegliche Kritik.
Aber wann ist man ein dummes Schaf und wann ist es Zeit zu vertrauen?

In Fantasy und Science Fiction ist dieses „Lied vom starken Anführer“, der oder die vorangeht und alle aus der Krise führt, auch ein Dauerthema. Zu vertrauen und zu folgen scheint eine tief in uns verwurzelte Sehnsucht zu sein. Egal ob Star Wars, Startreck, LoTR oder GoT, es werden Anführerqualitäten, Kommandostrukturen und Gefolgschaft thematisiert.
Auch J.K. Rowling beschäftigt sich in der Harry Potter-Serie mit diesen Fragen. Über sieben Bände erleben wir, wie Harry sich zu einem guten Anführer entwickelt und nach und nach lernt, die Bedürfnisse der anderen über seine eigenen zu stellen. Eine Schlüsselszene dieser Entwicklung ist der Tod Dobbys, der Harry ohne „Wenn und Aber“ gefolgt war, weil er in Harry den Anführer erkannt hatte, dem er, im wahrsten Sinne, sein Leben anvertrauen konnte. Die unglaubliche Verantwortung, die Anführerschaft mit sich bringt, wird Harry an Dobbys Grab einmal mehr bewusst.
Auch dass kein Anführer perfekt ist, niemand ohne Schwächen ist, thematisiert Rowling. Dumbledore, der in Band1 noch der perfekte Kinderhirte zu sein scheint, und der über die ersten Bände hin immer die richtigen Antworten weiß, wird im Laufe der Geschichte von mehr und mehr Seiten beleuchtet. Macht ihn die Bereitschaft, Harry für die gute Sache zu opfern, zu einem besseren oder schlechteren Anführer? Und ist es wichtig oder abscheulich, dass er durch Phasen gegangen ist, in denen er eher ein Demagoge zu werden drohte, statt ein guter, fürsorglicher Hirte zu sein?
Sirius Black ist ein Beispiel für jemanden, der sich der Hirtenrolle gar nicht bewusst wird und sie entsprechend schlecht ausfüllt. Dass Harry zu ihm aufsieht und in ihm einen Hirten sucht, überfordert Sirius.
Schon in der Debatte um den Klimawandel wurde deutlich: Wenn Wissenschaftler Auskunft über ihre ganz speziellen Fachgebiete geben, dann kann man als Nicht-Fachperson gar nicht beurteilen, ob der- oder diejenige von irgendeiner Lobby beeinflusst wird oder sich aus wirklicher Besorgnis und Fürsorge an die Menschen wendet. Und Virologen erleben jetzt genauso wie vor ihnen die Klimaforscher, dass sie angefeindet und sogar bedroht werden, weil Leute das Gefühl haben, dass sie da jemand in die Irre führen will. So manche Forschenden waren sehr überrascht, sich plötzlich in einer Anführerrolle zu finden, die sie nie haben wollten. Einige, wie Michael Mann oder Christian Drosten thematisieren das auch. Aber kann man, wenn man in Zeiten von Krisen nun mal der- oder diejenige ist, der oder die weiß wo es lang geht, die Hirtenrolle verweigern?
Im Moment wird besonders offenbar wie schwierig diese Gratwanderung ist, ob man „denen da oben“ vertrauen will oder sich doch lieber alle Gedanken selber macht und ob man dabei nicht gerade den schlechten Hirten auf den Leim geht.
Rowling thematisiert auch das Verhalten der „Schafe“, also derer, die gerne wissen möchten wo es lang geht. Manche möchten bitte den einfachen Weg geführt werden. Ordnung und alles wie immer. Dass sie sich mitten in einer Krise befinden, der man nicht ausweichen kann, wollen sie lieber leugnen. Und da kommen ihnen die Anführer gerade recht, die so tun als wäre Lord Voldemort nicht zurückgekehrt. Hirten, die so tun, als wäre alles in Ordnung und als könnte man weitermachen wie bisher, die lassen sich in solchen Situationen wohl immer finden, gute, verantwortungsbewusste Hirten sind das aber nicht.
Voldemort ist das Sinnbild des absolut schlechten, selbstsüchtigen Hirten, der über (Schafs-)Leichen geht. Beispiele für solche Anführer gibt es derzeit leider mehr als genug, auch wenn sie nicht soviel Flair zu bieten haben wie der dunkle Lord in den Harry Potter-Romanen.
Den perfekten Hirten gibt es nicht. Aber es gibt solche wie Harry oder Dumbledore, die ihr eigenes Anführersein immer wieder reflektieren und überdenken, die nicht besoffen werden von ihrer eigenen Macht und gesunde Selbstzweifel hegen.
Machtgier und Selbstverliebtheit sind keine guten Ratgeber, wenn es darum geht das Beste für die Anbefohlenen zu tun. Da mag man sich nicht entspannen und einfach mal Schaf sein. Da muss man kritisch bleiben. Sonst kommt man noch auf die Idee, sich Desinfektionsmittel zu injizieren oder die neuen Community-Masken leger über dem Mund aber unter der Nase zu tragen.
Gerade im Moment würden wir uns wünschen, klar erkennen zu können, wer ein guter Hirte ist, wer eigentlich selber nicht weiß wo es lang geht, aber trotzdem mal: „Mir nach!“ brüllt und wer ohnehin nur hinter unserer Wolle, äh, seinem Wohlstand und seiner Macht her ist.
Wehe denen, die nur sich selber weiden …
Wehe denen, die nur an sich selber denken. Wehe denen, die vergessen, dass sie als Hirten von Gott beauftragt sind für das Wohl ihrer Herde zu sorgen.
Wehe den Politikern, Managern, Staatchefs, Lehrern, Personalchefs, Eltern, Freunden, Nachbarn – wehe den Verführern und Demagogen.
Wehe uns, wenn wir andere in die Irre führen (auch versehentlich), andere ausnutzen, wenn wir unsere Macht missbrauchen.
Wehe uns, wenn wir unreflektierte, ahnungslose, selbstsüchtige, schlechte Hirten sind.
Gut für uns, wenn wir uns darüber klar werden, dass es Leute gibt, die auf uns schauen und sich von uns Führung und Fürsorge erhoffen. Gut für uns, wenn wir uns darüber klar werden, dass wir eine Sehnsucht haben nach einem oder einer, der oder die weiß, wo es lang geht. 
Einander wahrnehmen, für einander da sein und für einander sorgen. Eigentlich hütet doch jeder mal, tröstet, gibt Zuspruch, unterstützt. Jeder ist mal Schaf und jeder ist mal Hirte.
Gott erwartet von jedem Einzelnen von uns, ein guter Hirte zu sein, Verantwortung wahrzunehmen, aufeinander zu achten und Rücksicht zu nehmen, die Schwächsten nicht zu vergessen.
Der Oberhirte, der „gute Hirte“, das ist Jesus, der für mich sorgt, der mir den rechten Weg zeigt. Dem kann ich wirklich rundherum vertrauen.  
Jesus setzt Maßstäbe für gute Hirten, denen wir folgen können. Und alle anderen Hirten, die müssen sich an seinem Maßstab messen.

bookmark_border#Losungsnerd 27.4. – 3.5.

Montag, 27. April 2020

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN.

1.Mose 3,8

Im Film „Die Insel“ fliehen Ewan McGregor und Scarlett Johansson vor Verfolgern, die sie nicht wirklich verstehen können und begreifen nach und nach, dass sie Klone sind.

C.S. Lewis, Die große Scheidung – Wer Gott nicht begegnen will, kann in einer riesigen grauen Stadt leben. Sich nicht mehr vor Gott zu verstecken, erfordert Mut.

Dienstag, 28. April 2020

So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.

1.Chronik 22,19

„The Gamers 2“ – erst am Ende verstehen die Spieler, worauf es wirklich ankommt … Keine Ahnung, irgendwie denke ich an diesen „Film“.

Mittwoch, 29. April 2020

Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.

Prediger 9,10

Das denke ich jedes Mal, wenn ich ein Stück Holz sehe, und mich Frage, ob es für einen Bogen oder nur für einen Löffel oder Brennholz reicht …

Marvel Comic, The Hulk – Da muss einer lernen, seine unglaublichen Kräfte für das Richtige zu nutzen.

Donnerstag, 30. April 2020

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

Psalm 73,1

… da fällt mir nur Politisches ein …

Freitag, 1. Mai 2020

Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?

4.Mose 11,23

Ja … ähm … PC-Spiel „Black & White“, bei dem man tatsächlich einen Gott spielt und sich ganz schnell unzulänglich fühlt.

Samstag, 2. Mai 2020

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Psalm 51,13

Jeder Superheld hat irgendwann mal Angst, seine/ ihre Superkräfte zu verlieren. Manche Geschichten spielen damit was wäre, wenn … Wonderwoman (DC-Comics) verlor in den 60gern zum Beispiel  zeitweilig ihre Kräfte und spürte als sterbliche Frau viel stärker die Auswirkungen von Krieg und Leid.

Gedanken des Noobs bei der ersten großen NSC-Festrolle

Sonntag, 3. Mai 2020

Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?

2.Samuel 2,26

bookmark_borderNerdspaß

Stefan hat sich anlässlich des #losungsnerd mal ein paar andere Bibelstellen vorgenommen. Danke für den Beitrag.
Wer das Osterlachen noch nicht erledigen konnte, findet hier vielleicht den Anlass.

  • Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, welche ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen.  
    (Off 14,2, klappt vielleicht nur in der Elberfelder Übersetzung)

    -> Klingt, als wäre der Himmel genau das Richtige für Symphonic-Metal-Nerds
  • 1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, iss, was du findest; iss diese Rolle, und gehe hin, rede zu dem Hause Israel. 2Und ich öffnete meinen Mund, und er gab mir diese Rolle zu essen. 3Und er sprach zu mir: Menschensohn, speise deinen Bauch und fülle deinen Leib mit dieser Rolle, welche ich dir gebe. Und ich aß sie, und sie war in meinem Munde süß wie Honig.
    (Hes 3,1-3)

    -> Wenn ich das nächste Mal ein PnP leite, muss ich meinen Spielern Schriftrollen zu essen geben. 😀
  • So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David vierzehn Geschlechter, und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Geschlechter, und von der Wegführung nach Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter. 
    (Mt. 1, 17)

    -> Wie viele Generationen sind es von Abraham bis zu Jesus? Per Anhalter durch die Galaxis würde sagen: 42.
  • Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 
    (Mt. 7, 15)

    -> Irgendwie muss ich da an Rotkäppchen denken.
  • Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben.
    (Mt. 8, 22)

    -> In den Fantasy-Spielen graben die Toten meistens weitere Tote aus, nicht ein.
  • Und aufblickend sprach er: Ich sehe die Menschen, denn ich gewahre solche, die wie Bäume umherwandeln.
    (Mk 8,24)

    -> Das Konzept der Ents aus Herr der Ringe gibt es auch schon in der Bibel.
  • 18Betet aber, dass es nicht im Winter geschehe; 19denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie dergleichen von Anfang der Schöpfung, welche Gott schuf, bis jetzthin nicht gewesen ist und nicht sein wird.
    (Mk. 13,18)

    -> „Brace yourself, winter is coming“ gilt auch für die Endzeit.
  • Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes es sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren heißen, wie auch Elias tat?
    (Lk. 9,54)

    -> Jakobus und Johannes würden im PnP wohl Feuermagier spielen.