bookmark_borderDas Licht der Welt

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Die letzte Frage, auf der alles gründet, scheint doch zu sein: War Jesus‘ entscheidende Tat sein Sieg über meine Sünde am Kreuz oder war es die Gründung der Kirche als Vollzugsbehörde? Da ich eher Fan der Avengers bin als des deutschen Finanzamts, bin ich halt Protestant.

Am Ende stirbt Tony Stark. Er opfert sich für die eine Hälfte allen Lebens, die durch den Infinity Stone ausgelöscht wurde.

Am Ende ist es ein Einzelner, der für die Vielen in die Bresche springt.

Am Ende sind es nicht die Avengers oder sogar S.H.I.E.L.D, die die Wendung bringen. Klar, beide Gruppen sind beteiligt, die Avengers tragen ihren Teil dazu bei.

Aber am Ende steht und fällt es mit Iron Man.

Und es war eben nicht der Aufbau einer Schutzorganisation durch ihn und es waren auch nicht seine brillanten Verwaltungsfähigkeiten, die entscheidend waren. Es war zum Letzten nichts weiter als seine Liebe zu den Lebenden und sein Mut (und ein kleines bisschen Größenwahn). Dieser letzte Punkt des gesamten Avengers-Epos ist der Entscheidende. Darauf läuft es zu.

Sicherlich: Iron Man ist kein Jesus Christus. Er ist nicht mal ein Gott oder ein außerirdischer Superheld, ist nur ein, technisch aufgemotzter, Mensch.

Sicherlich: Marvel ist keine Religion und schon erst recht nicht „christlich“. (Doch was ist das überhaupt und was ist es nicht?)

Und sicherlich: Der Vergleich ist weit hergeholt. Und mindestens schief.

Aber trotzdem (und hier stimmt dann der Vergleich doch): Wenn man das Leben und das Werk Jesu auf einen Punkt bringen will, wenn nur eines bleiben muss, dann doch: Am Kreuz besiegt er meine Sünde. Dort stirbt er für mich. Für mich und für alle Menschen. Alles Weitere ist wichtig, aber eben nur soweit als das stimmt. Und sicherlich: Den Avengers sollte man nicht nachfolgen. Aber lernen kann man von ihnen schon: Das Entscheidende ist manchmal ziemlich klar. Ziemlich einfach. Auch wenn es das Schwerste ist.

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Niklas Schleicher (@megadakka) ist Vikar der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Gemeinsam mit anderen hat er das Netzwerk für Theologie in der Kirche (http://netzwerktheologie.wordpress.com) ins Leben gerufen. In seiner Freizeit schaut und liest er zu viel Sciene-Fiction.

bookmark_borderVon LARP-Klamotten und Krippenspelkostümen

Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Epheser 4,24


Jedes Jahr wieder stehen wir vor der Herausforderung, die immer gleiche Geschichte von der
Geburt Jesu mit Maria, Joseph, den Hirten, den Engeln, Schafen und gerne auch Ochs, Esel und
Herbergsvater, manchmal sogar Herodes, komplett mit drei Königen und Hofstaat in den Chorraum
unserer Kirche zu bringen. In unserer Gemeinde haben wir natürlich einen großen Vorteil. Ein gut
gefüllter LARP-Fundus liegt auf dem Dachboden des Gemeindehauses bereit. Was die Ausstattung
angeht, können wir gefühlt mit Oberammergau mithalten. Die Darsteller sind nicht immer so
ambitioniert. Teils Konfis, teils Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit, fällt ihre Begeisterung für die
darstellende Kunst sehr unterschiedlich aus.
Wenn wir mit den Proben beginnen, heißt es erst einmal sortieren. Wer ist wer? Die Darstellerin der
Maria muss sich daran gewöhnen mit „ihrem Joseph“ zu reden, die Engel, die eigentlich Teenager
sind und sich kaum zurückhalten können, im Minuten-Takt ihre Messages auf dem Handy zu
checken, sollen sich in engelsgleichem Verhalten üben, und die Hirten diskutieren, welcher von
ihnen der mit dem langen Text sein soll.
Wenn ich es nicht alle Jahre wieder erlebt hätte, dass selbst die wuseligste und verwirrteste Truppe
von Laiendarstellern es am Ende schafft, lebendige Verkündigung hinzukriegen, wenn sie genug
geprobt haben und das Stück sich endlich zusammensetzt, wäre dies der Moment, das wahnwitzige
Unterfangen abzubrechen.
Die große Veränderung tritt meist ein, wenn wir zum ersten Mal mit Kostümen proben. Ein langes
Kleid, über das man nicht stolpern möchte, lässt den Schritt gemessener werden. Ein Engelsgewand
hat keine Taschen für das Handy. Eine Krone auf dem Kopf zwingt zu aufrechter Haltung. Mit dem
Gewand kommt das Gefühl für die Figur, die dargestellt wird.
Egal ob Liverollenspiel oder Krippenspiel: Kleider machen Leute. Ob Arbeitskleidung, Festgewand
oder Pfadfinderkluft, Kleidung macht etwas mit demjenigen, der sie trägt, und gibt eine Botschaft
weiter an den Betrachter. Ob diese immer so recht verstanden wird, steht auf einem anderen Blatt.
Im Epheserbrief werden wir aufgefordert: „Zieht den neuen Menschen an!“
Als Christ – mit der Taufe – bekommt man also neues Outfit.
Ein Outfit, das uns zu einem neuen Menschen machen soll.
Ein Outfit, das auch im Alltag funktioniert.
Aus Erfahrungen mit Verkleidungen, Kostümen und Gewandungen weiß ich, dass es da große
Qualitätsunterschiede gibt. Verkleide ich mich nur mit einem einfachen nicht alltagstauglichen
Kleidungsstück wie etwa einem Karnevalskostüm, werde ich durch rutschende Schultern, kneifende
Nähte und Rocksäume, über die man stolpert, behindert. Wärmen wird es mich auch nicht, wenn es
aus billiger, synthetischer Faser gefertigt ist. Dann werde ich dauernd daran erinnert, dass ich
ungewohnte, seltsame, untaugliche Kleidung trage.
Theaterkostüme sind so geschneidert, dass sie für zwei oder drei Stunden auf der Bühne etwas
hermachen und schnell an- und ausgezogen werden können. Den Betrachter vermögen sie vielleicht
zu überzeugen. Alltagstauglich sind solche Bühnenkostüme nicht. Eine richtige Verwandlung geht
erst vor, wenn ein Gewand auch zu mir passt. LARPer nähen darum oft selbst oder stellen die
Einzelteile ihrer Gewandung sehr sorgsam zusammen. Kleidung, in der ich ein ganzes Wochenende
oder sogar länger herumlaufe, darf keine Verkleidung sein. Material und Schnitt müssen stimmen,
meist sind mehrere Lagen übereinander zu bedenken.
In meinen LARP-Klamotten fühle ich mich zu Hause und schlüpfe schon beim Anziehen in die Person, die ich nun sein werde.
„Zieht den neuen Menschen an!“, werden wir aufgefordert. Und das kann auf Dauer nur
funktionieren, wenn dieser „neue Mensch“ auch passt. Das gelingt nur, wenn wir ihn uns nicht von
anderen überstülpen lassen und ihn nicht nur ab und zu mal für einen Gottesdienst hervorkramen,
sondern er für uns zum Alltagskleid wird. Wir können daran arbeiten, dass der „neue Mensch“, der
Christ/die Christin, uns auch im Alltag passt.
Ein Krippenspielkostüm könnte ich auch am 23. Dezember noch vom Dachboden holen, aber besser
ist es, wenn sich die Darsteller von Maria, Joseph und den Engeln an die ungewohnte Bekleidung
schon ein paar Proben länger gewöhnen durften.
Das Christsein sollte ein Outfit sein, das auch nach außen hin wahrnehmbar sein kann und das
innerlich etwas mit uns macht. Das möchte ich nicht nur für den Weihnachtsgottesdienst
überziehen. So, wie ich an meinen LARP-Klamotten immer wieder arbeite und sie verbessere und
erweitere, so will ich erst recht daran arbeiten, dass der neue Mensch gut sitzt und in allen
Lebenslagen tauglich ist.

bookmark_borderWaffen, Rüstungen, Schilde, Helme …

Eph 6,10-17
„Nehmt Glaubwürdigkeit als Gürtel, Gerechtigkeit als Rüstung, die Bereitschaft zu Friedfertigkeit nach dem Evangelium als Schuhwerk. Dazu nehmt den Glauben als Schild, mit dem ihr die Brandpfeile des Bösen ersticken könnt. Setzt die Erlösung als Helm auf, ergreift den Heiligen Geist, das Wort Gottes, als Schwert.“

Waffen, Rüstungen, Schilde, Helme …
Jeder Sciencefiction oder Fantasy Fan wird da hellhörig
Abenteuer – Kampf der Guten gegen die Bösen …
Und ja, im Spiel, im Film, im Roman finde ich das echt coool.
Da weiß ich aber auch, dass es am Ende gut ausgeht. Am Ende eines jeden anständigen Abenteuer-Epos, wenn Heldin oder Held fast aber nur fast gestorben ist, gewinnen schließlich die Guten gegen die Bösen, Held und Heldin „kriegen einander“ und die Welt ist gerettet.
Ich war nie im Krieg, habe nie eine reale Schlacht geschlagen, bin bisher -Gott Lob- von körperlicher Bedrohung weitestgehend verschont geblieben. Aber meine Kenntnisse und Erfahrungen aus Liverollenspiel, PC-Games und Geschichten reichen schon vollkommen aus um zu wissen, dass ich das ohnehin niemals real erleben möchte.
Heldentum macht mir nur in der Fantasie Spaß.
Paulus bietet uns an, diese martialischen Bilder anders zu besetzen. Er will uns nicht in den körperlichen Krieg schicken.
Nehmen wir die Bildebene weg und schauen auf das, wofür diese Bilder stehen, so bleiben übrig: Wahrheit, Gerechtigkeit, das Evangelium des Friedens, Glauben, Rettung und Heil, Geist und Wort Gottes. Jeder dieser Begriffe beschreibt einen zentralen Aspekt der Beziehung zwischen Gott und den Menschen.
Das ist absolut alltagstauglich.
Paulus macht Wort-Schwerter zu Wort-Pflugscharen.
Auf Gewalt nicht mit noch mehr Gewalt zu reagieren (ob physisch oder verbal) erfordert Mut, den Heldenmut des Alltags, sozusagen.

Natascha Luther

bookmark_borderDas Böse II

Warum Teil II? Zu der Frage, was denn das Böse ist, wo es herkommt und wie es in der Welt unterwegs ist, habe ich bereits eine Andacht geschrieben. Sie endete mit dem Zwischenschritt, dass das Böse nicht eine Macht ist, die außerhalb von Menschen existiert, sondern dass das Böse in uns ist und immer in uns sein wird.
Kurz nach Halloween am 31.10 war es dann wieder da, das Böse. Am 9.11.2019, einem Tag des Gedenkens daran, was Menschen sich gegenseitig anzutun vermögen, demonstrierte eine Handvoll Nazis in Bielefeld. Und viele tausend Menschen stellten sich dagegen.
Die Rollen waren klar verteilt, dort die Bösen, hier die Guten.
Und doch, ist das so einfach? Bin ich wirklich einer von den Guten …?
Der 9.11 ist ein Tag der Erinnerung. Der Erinnerung daran, dass in Deutschland 6.000.000 Juden durch das NS Regime ermordet wurden. In Konzentrationslagern geschlachtet und vergast, auf dem Weg dorthin erschossen, in Hilfeeinrichtungen dem Hungertod überlassen oder wie auch immer getötet. Daneben starben in der Vernichtungsmaschinerie weitere 6 Millionen Menschen, der Krieg forderte dann noch einmal 65 Millionen Menschenleben. Und dieses Gedenken versuchen wir mit allem Mittel wach zu halten. Wir unterrichten es in Schulen und haben Orte und Zeiten des Gedenkens eingerichtet. Warum das alles? Müssen wir uns denn wirklich immer wieder alle daran erinnern? Reicht es nicht, wenn wir einen Erinnerungsrat bilden, der dann wissenschaftlich begleitet das Gedenken pflegt?
Das Böse findet einen Weg zurückzukehren. Ich weiß nicht, wie häufig ich diesen Satz in dieser oder ähnlicher Form schon gelesen und gehört habe. Viele Geschichten und Romane leben davon, dass die Vergangenheit wiederkehrt.
Als Gandalf im Herrn der Ringe herausfand, dass Frodo wirklich den einen Ring besitzt, (Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden – Im Lande Mordor, wo die Schatten droh‘n.) war das Erstaunen groß. Viele wollten es nicht wahrhaben, andere wollten den Ring für den Kampf auf ihrer Seite nutzen. Hatten sie nichts aus der Geschichte gelernt? Nein, hatten sie nicht, denn die Geschichte war vergangen und die Erinnerungen verblasst. Und die Elfen, die diese Erinnerung bewahrt haben, sprachen mit niemandem.

In Hogwarts bei Harry Potter wird auch nicht gerade häufig von „Du weißt schon wem“ gesprochen. Geschweige denn, dass die Geschichte Teil des Unterrichts wäre. Und dann, als „Du weißt schon wer“ wieder zurückkehrt, da wollen es die Zauberer nicht wahrhaben.
Und der weise Rat der Jedi wird bei Star Wars im Handstreich ausgelöscht. Die Erinnerung getilgt und der Aufstieg der dunklen Seite der Macht so ermöglicht. Einige wenige reichen eben nicht, um die Erinnerung wach zu halten.
Und nun scheint es, dass auch in Deutschland das Böse aus der Geschichte erneut an Kraft zulegt.
Doch was ist dieses Böse, das da zurückkehrt? Es sind, denke ich, die Gedanken daran, was anders und besser sein könnte. Es ist das Gift der einfachen Antworten auf komplexe Fragen. Es ist die Versuchung, das Leben einfacher, schöner und sicherer zu gestalten. Und dieses Gift wächst in Menschen wie mir.
Wie mir? Ich gehöre doch zu den Guten, oder nicht?
Vielleicht. Doch was heißt das schon. Wenn ich mich darauf verlasse, dass ich etwas Gutes tue, wird die Geschichte das auch als gut anerkennen? Zu viele Menschen haben in der Geschichte mit besten Vorsätzen, mit tollen Absichten und mit der absoluten Überzeugung das richtige zu tun, absolute Gräueltaten begangen. Die Geschichte unserer Kirche ist voll mit diesen Menschen. Exorzisten, Kreuzritter und Missionare – Sie alle behaupteten von sich, das Richtige zu tun. Und ich glaube, viele waren zutiefst davon überzeugt. Niemals hätten sie sich auf die Seite des Bösen gestellt. Sie waren sich in ihrer Zeit, in ihrer Erziehung, in ihrem Menschenbild und in ihrem Glauben sicher, das Richtige zu tun.
Und doch, heute sehen wir ihre Taten zuweilen anders.
Und ich, ich alter weißer Mann, kann ich mir sicher sein, das Gute zu tun? Sobald ich das tue, sobald ich mich nicht mehr hinterfrage, sobald ich fest davon überzeugt bin, das Gute zu tun, werde ich gefährlich. Dann nämlich nehme ich keine anderen Meinungen mehr an. Ich akzeptiere nur noch mein eigenes Urteil, dann gnade mir Gott.
Und davor will ich geschützt sein, darum bitte ich jeden Sonntag: Und führ mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Bösen.
Dieses Böse wohnt in mir. Ich bin nicht frei davon. Das darf ich nie vergessen. Und das darf kein Mensch vergessen.
Darum erinnern wir uns zum 9.11. an die Opfer der Nazizeit, darum unterrichten wir unsere Kinder. Weil kein Mensch davon frei ist. Niemand ist gut und niemand ist böse. Wir sind alle nur Menschen. Und wir treffen Entscheidungen. Und kein Held der Welt kann dieses Böse in uns aufhalten, ja jeder Held, jede Gruppe von Helden hat immer ihre Schwachpunkte.
Und das Böse schläft nicht, also müssen auch wir wachsam bleiben.

bookmark_border„DAS BÖSE – Teil I“

Warum Teil I: Diese Andacht denkt etwas an und bleibt in der Mitte stehen. Viel wird angerissen, wenig zu Ende gedacht. Irgendwann wird es Teil II geben, wenn er an der Zeit ist.
Mir ist unlängst das Böse begegnet und nun werde ich es nicht mehr los.
Greta Thunberg hat vor der UN geredet. Nicht sehr lange, insofern kann man sich die Rede gut anhören oder durchlesen. In der deutschen Übersetzung heißt es „Wenn ihr (also die Politiker) die Situation wirklich verstehen würdet und uns immer noch im Stich lassen würdet, dann wärt ihr grausam und das weigere ich mich zu glauben.“
Im Original sagt Greta beim Wort grausam: evil. In meinem Wortschatz des Englischen heißt das „böse“. Und da war es, das Böse.
Was ist das, das Böse? Dieser Frage habe ich ein wenig nachgespürt, ohne wirklich eine Antwort gefunden zu haben. Ich will euch ein wenig mitnehmen auf meine Reise.
Wir bitten bei jedem Gottesdienst im Vater unser: „und erlöse uns von dem Bösen“, also muss es ja da sein, etwas dessen Existenz nicht zu leugnen ist.
Als ich anfing Radio zu hören, gab es (Ende der 1980er-Jahre) ein Lied namens „Das Omen“, eingeleitet von der Vorstellung des Mephisto aus Goethes Faust:

Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Ist das Böse also ein Geist, der analog zu Gottes Geist über die Welt zieht und uns heimsucht? Gilt es sich also mit allerlei Schutz zu umgeben, damit das Böse nicht in ein Haus fährt? Bei all den Schutzzaubern und Amuletten kann dieser Eindruck entstehen. Neuheidnisches Gedankengut spielt gerne mit bösen Geistern. Auch an Halloween kriechen sie in manchen Köpfen wieder hervor. Das Brauchtum ist voll davon.
Aber ich habe es nicht so mit Brauchtum. Ich habe es eher mit Mangas. Und da lief mir bei meiner Suche nach dem Bösen ein Geist über den Weg, der mich stutzig machte. Der Manga „Ghost in the Shell“ stammt aus Asien und wurde Ende der 1980er-Jahre verfasst. Berühmt wurde er durch den daraus entwickelten Anime gleichen Namens, der dann 2017 zu einem Realfilm führte.
Kurze Zusammenfassung: Im Jahr 2029 sind viele Menschen Cyborgs, die ihren Körper ganz oder teilweise durch künstliche Implantate ersetzt haben. Sogar das Gehirn lässt sich bis auf einige wenige Zellen durch ein sogenanntes Cyberbrain ersetzen. Verpackt in einer Biokapsel (der sogenannten Shell) stecken in jedem Cyborg menschliche Gehirnzellen mit seinem Geist (Ghost), der Identität und seiner Persönlichkeit.
Der Cyborg in diesem Manga unterscheidet sich durch ein paar menschliche Gehirnzellen von einer bloßen Puppe. Darin ist der Geist des Wesens enthalten. Also bei all dem Fortschritt der Science-Fiction wird der Mensch in seiner Biologie bis auf wenige Zellen ersetzbar. Der Geist in diesen Zellen ist am Ende das, was den Menschen im Kern ausmacht.
Warum ist diese Vorstellung bei mir in den Bereich „Böse“ gefallen? Nun, auch in der Bibel findet sich eine Stelle, an der sich der Mensch aus dem bloßen „Geschöpf eines Schöpfers“-sein herausbewegt und „eigenständig“ wird.

Im zweiten Schöpfungsbericht setzt Gott den Menschen in den Garten Eden. Ich denke ihr wisst was folgt. „Nur vom Baum der Erkenntnis sollt ihr nicht essen.“ Und als die Menschen es doch tun, da erst erkennen sie, dass sie nackt sind. Und Gott wirft sie hinaus. Was ist dieser Sündenfall?
Und Gott, der HERR, ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Wenn ich dem folge, dann ist das Böse nichts, was außen ist. Gott hat sicher in seinen Garten Eden keine böse Macht entlassen, die diese Menschen erst dann sehen. Zu unterschieden zwischen Gut und Böse ist uns Menschen gegeben, ja es macht uns erst zu dem, was wir sind. Und die Unterscheidung von Gut und Böse ist eine Unterscheidung der Handlungen von Menschen. So wie der Cyborg seinen Ghost braucht um sich von bloßen Maschinen zu unterscheiden, brauchen wir diesen Geist um keine Puppen zu sein.
Wir haben einen Geist. Wir entscheiden über Gut und Böse.
Das Böse ist nicht da draußen.
Das Böse, und das ist ein Zwischenschritt meiner Suche danach, ist in mir drinnen. Es macht mich zum Teil zum Menschen. Und das ist wirklich beängstigend. Trage ich dann doch in mir einen Geist, der so wie Mephisto spricht:

So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Bewahre uns Gott EG 171


bookmark_border„Hauskreis*“ & Pen-und-Paper-Rollenspiel**

eine sehr persönliche Sicht

*Hauskreise sind meist kleine Gruppen, die sich in der Regel zum Beten, für Bibelarbeiten und Gespräche über Glauben aber auch Alltag in privaten Wohnungen treffen.
Hauskreise sind, so scheint es mir, vor allem bei protestantischen und freikirchlichen Christen üblich.
**Das Pen-&-Paper-Rollenspie nach dem englischen Stift und Papier für Notizen benannt ist ein Spiel, bei dem die Mitwirkenden fiktive Rollen einnehmen und gemeinsam durch Erzählen ein Abenteuer erleben.

„Hauskreis“ und Pen-und-paper-Runde haben vieles gemeinsam, man trifft sich, oft über viele Jahre, in immer ähnlicher Zusammensetzung. Im Laufe der Zeit erfährt man mehr übereinander Freundschaften entwickeln sich, oder werden gestärkt.
Im Hauskreis wie ich ihn kenne, bereitet auch immer jemand etwas thematisch vor und dann entwickelt sich der Abend daran, was die Gruppe daraus macht.
Pen- und Paperrunden haben auch jemanden der oder die leitet, seit D&D Zeiten traditionell der Meister genannt. Eine manchmal von Außenstehendenden missverstandene Bezeichnung.
Ein Hauskreis ist kein Gottesdienst, auch wenn wir zu Beginn und am Ende beten um Gottes Begleitung, treffen wir uns doch weniger zu Gotteslob und mehr um eigne Fragen in Bezug auf eben diesen Gott zu klären.
Eine Pen and Paperrunde ist kein Theaterstück. Wir spielen für uns selber und für einander, nicht für ein Publikum (auch wenn es dieses Format inzwischen im Internet gibt, es ist nicht die ursprüngliche Intention der Rollenspielrunde gewesen).
Meine Hauskreis Erfahrungen sind erfreulicherweise ausschließlich Positiv. Seit vielen Jahren treffe ich mich ein paar mal im Jahr in einer unveränderten Runde von Menschen sehr unterschiedlichen Alters um über Gott und die Welt zu reden. Vorher essen wir gemeinsam. Das sind Abende, die mich stärken, mir helfen meinen Glauben zu hinterfragen und mir oft neue Einsichten schenken.
So viel Stabilität habe ich in Rollenspielrunden leider nie erlebt, mehrere Jahre hat so eine Clique schon mal gehalten aber spätestens nach Studium oder Ausbildung hat es die Gruppe in alle Winde verstreut. Versuche zu Rollenspielrunden in den letzten Jahren waren leider oft von kurzer Dauer, weil wir alle in sehr unterschiedlichen Alltagen und Zeitkontingenten eingespannt sind.
Dem Hauskreis tut es sehr gut, dass einige von uns schon pensioniert sind. Vielleicht klappt es dann, wenn ich aus dem Beruf raus bin, auch wieder mit der Rollenspielrunde.
In Hauskreis wie Rollenspielrunde muss erst mal Vertrauen wachsen, um sich einander öffnen zu können und um intensive Erlebnisse zu ermöglichen. Ehe ich mich traue einen Charakter zu spielen, bei dem ich vielleicht Themen für mich selber klären kann, die mich persönlich betreffen, muss ich darauf vertrauen können, dass niemand in der Runde solche Einblicke in meine Inneres ausnutzt.
Ehe ich über meinen Glauben und vielleicht auch damit Verbundene Krisen reden kann, muss ich mich darauf verlassen können nicht verurteilt zu werden für das was ich offen lege.
Bei beiden Formen läuft es auf das gleiche hinaus: sind die Teilnehmenden engagiert genug als Gruppe verbindlich zusammen zu bleiben und entsteht eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Vertrauens so kann es für alle zu einer lohnenden Bereicherung werden.

Mich interessieren Eure Gedanken dazu. Ist der Vergleich weit her geholt? Habt Ihr da auch schon mal drüber nachgedacht? Seht Ihr andere Parallelen oder Unterschiede?

Natascha Luther

bookmark_borderPsioniker und das Mystische in der Science Fiction

Selbst die Science Fiction kommt nicht ohne Mystik aus! Das zeigt sich in den großen Bögen der SF-Literatur oder auch den bekannten Filmen immer wieder. Star Trek hat Spok und Sarek, die ja schon im Leben bestimmter Enterprise-Captains gewichtige Rollen spielten (vor allem die mentale Verbindung zwischen Picard und Sarek sei hier angemerkt!) und in ST Discovery wieder eine starke Rolle bekommen haben. Star Wars hat die Jedi. Spiele wie etwa Stellaris arbeiten mit einem psionischen Zivilisationsaufstieg, und einflussreiche SF-Autor*innen [JK1] wie James Tiptree Jr. oder William Gibson greifen in ihren Geschichten zu mystischen Elementen, um ihre Zukunftsvisionen zu illustrieren.
Es ist schon irre, dass ausgerechnet die Literaturgattung, die sich selbst die Möglichkeit gegeben hat, mit (natürlich erdachten) wissenschaftlichen Fortschritten Geschichten zu erzählen, selbst wieder nach mystischen Elementen greift. Ausgerechnet die Fanbase, die sich in Foren, Blogs und auf Youtube in endlosen Stunden und Beiträgen über fiktionale oder nichtfiktionale logische Zusammenhänge die Köpfe rauchig diskutieren kann und mag. Ausgerechnet die erdachten Welten, in denen eine utopische oder dystopische Gesellschaft oftmals unsere Religion(en) gezielt nicht mehr ins Zentrum rückt, sondern einen unerschütterlichen Glauben an Fortschritt oder den täglichen Überlebenskampf zum Zentrum des Antriebs der handelnden Menschen macht. Oder der Andorianer. Oder … Ihr wisst schon.
Diese mystischen psionischen Fähigkeiten sind dann auch noch oft gerade bei Völkern stark, die selbst noch religiöse Bindungen pflegen. Die Vulkanier unterhalten Klöster und strenge Riten. Die Asari aus Mass Effect leben in rituellen Bezügen. In Stellaris muss man sogar ein spiritualistisches Volk spielen, um Zugang zur Psionik zu haben.
Für mich zeigt sich darin ein wichtiger Zusammenhang: Selbst den genialen Köpfen der Science Fiction scheint es nicht zu reichen, dass sie alle Magie, all die Möglichkeiten, die ihren Geschichten Würze verleihen, technisch erklären können. Es genügt nicht, alles im vorhersehbaren, rationalen Rahmen zu gestalten. In bloßer Wissenschaft steckt eben kein Leben. Für große Geschichten, für mitreißende Unternehmungen braucht es Dramatik und Mystik. Deshalb sind die Jedi so unheimlich interessant. Uralt, mystisch und immer in Abenteuer verstrickt. Da steckt Leben drin!
Das Unerklärbare fordert unsere eigene Phantasie heraus. Und es ist ja gerade das, was einen Science Fiction-Fan wie mich so fasziniert – wenn seine eigene Phantasie getriggert, ja beflügelt wird und er selbst unter der Dusche rätselt, wie es mit den Charakteren wohl weitergeht, oder was er in dieser und jener Situation mit diesen und jenen Fähigkeiten getan hätte.
Das ist für mich ein religiöser Reiz. Denn auch in meinem Glauben komme ich an diesen Punkt, an dem ich mit meiner eigenen Phantasie gefragt und angeregt bin. Im Gebet, bei Wünschen für meine Umwelt, meine Freunde und Familie. In den alten Geschichten. Und interessanterweise auch in den Riten, die Kirche bietet. Da steckt Mystik drin! Meditation, Gemütsruhe, betont agierende Ästhetik. Sogar das Fremde, da ich ja auch oft das Handeln von Riten für mich mit Bedeutung füllen muss, finde ich in den kirchlichen Riten wieder. Alles, was ich selbst auch bei Vulkaniern und Jedis so spannend finde, das finde ich im kirchlichen Handeln.
In Kirche steckt Science Fiction, zumindest ein bisschen.


Felix Klemme, Pfarrer in einer Einzelpfarrstelle in einem Vorort von Paderborn, ist 33 Jahre alt und begeistert von Science Fiction in jeglichen Formen, sowie dem Pen and Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA). Er streamt auf seinem YouTube-Kanal (PoelleRPG) gerade die größte Kampagne dieses Rollenspiels und liebt es, Geschichten mitzuerleben und zu erzählen.

bookmark_borderRichtig gute Geschichten II

Ich liebe es, Geschichten zu hören und zu lesen. Vor allem natürlich gute. Aber was macht eine gute
Geschichte aus?
Ich las unlängst das Buch „Die Musik der Stille“ von Patrick Rothfuss. Ein Buch, das ich nicht
empfehlen kann, zumindest niemandem, der nicht die ersten zwei Teile der Königsmörder-Chronik
gelesen hat. Die Geschichte, die erzählt wird, handelt kurz gesagt von einem

Mädchen, das aufräumt.
Sie hat an sich aber nichts, was ein Buch sonst ausmacht. Keine weiteren Protagonisten, keine
wörtliche Rede, keine offensichtliche dramatische Handlung.
Und doch, die Geschichte wurde in Buchform gebracht, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt
und auch hier finden sich Leser. Unter anderem ich, der die Protagonistin sehr liebgewonnen hat.
Geschichten zu erzählen hat etwas mit demjenigen zu tun, der sie erzählt, mit der Geschichte selbst
und den Zuhörern. Geschichten ändern sich je nachdem, wer sie erzählt. Die Geschichte des
Erzählers, sein Leben und seine Erlebnisse haben etwas mit der Geschichte zu tun. Geschichten
erzählen ist etwas anderes als Vorlesen.

Und Geschichten sollten sich ebenso mit den Zuhörern
ändern. Die Geschichte vom Fischer und seiner Frau (Manntje, Manntje, Timpe Te, – Buttje, Buttje
inne See, – myne Fru de Ilsebill – will nich so, as ik wol will.) ist durchaus variabel. Wie viele Stationen
die Frau durchläuft und welche ist unterschiedlich, ob diese Geschichte Kindern oder Erwachsenen
erzählt wird. Die Aussage bleibt am Ende aber gleich: Die Frau, die so sein will wie der liebe Gott
selbst, sitzt wieder in ihrem Pissputt. (Hochmut kommt vor dem Fall.) Wir als Zuhörer erkennen sehr
schnell, ob uns eine Geschichte erzählt wird, oder ob wir einem Vortrag lauschen.
Und auch die Geschichten, die wir in der Bibel lesen, sind variabel. Menschen haben hier ihre
Beziehung zu Gott in Geschichten festgehalten. Anders kann ich mir die zwei Schöpfungsberichte
nicht erklären. Hier wurde etwas von Menschen für Menschen erzählt um jemandem die inhaltlichen
Aussagen nahezubringen. Und wir, die wir diese Geschichten heute erzählen, dürfen sie variieren und
wir müssen es mitunter auch – je nachdem, wer uns zuhört. Als Beispiel erzählen wir die Geschichte
von der Arche Noah selten so, dass Gottes Vernichtung der gesamten Menschheit, das Ertrinken von
Millionen von Menschen und Tieren zur Beruhigung von Gottes Zorn im Mittelpunkt steht, oder?
Eine Geschichte, die weder mit dem Erzähler etwas zu tun hat, noch mit den Zuhörern, ist leblos. Für
uns Erzählende bedeutet das, wir dürfen uns nicht verstecken, nicht hinter die bloßen Worte
zurückziehen. Wenn wir keine Hörbücher schaffen wollen, müssen uns unsere Geschichten selbst
bewegen und etwas von uns erzählen.
Und es geht sogar noch weiter. Selbst wenn wir die alten Geschichten nicht erzählen oder sie in
unserer Arbeit oder unserem Leben vermeintlich gar nicht ihren Platz finden, sind wir Teil von Gottes
Geschichte mit uns Menschen. Mit unseren Taten erzählen wir jeden Tag Geschichten und manche
Geschichten werden auch über uns erzählt.
Das sollte uns bewusst sein. Alles, was wir tun, ist ein Teil von Gottes Geschichte mit uns und unseren
Mitmenschen, an dessen Ende das Reich Gottes steht.

Malte Hausmann

bookmark_borderHabenichtse

„Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“ Apg.2,35

Der Roman „Planet der Habenichtse“ (im Original „The Dispossessed“) von Ursula K. Le Guin aus dem Jahre 1974 wird bei Wikipedia als Utopie kategorisiert. Es ist ein Science-fiction-Roman der von dem Wissenschaftler Shevek handelt, der eine wichtige Entdeckung gemacht hat.
Auf Sheveks Heimatplaneten wird eine Gesellschaftsform gelebt, die die Autorin als „idealistischen Anarchismus“ bezeichnet.
Sie erklärt das so: „das moral-praktische Thema ist die Kooperation, die Solidarität und die gegenseitige Hilfe“.
Auf Sheveks Heimatplaneten Anarres gibt es de facto keinen Privatbesitz. Keine eigene Wohnung, kein eigenes Fahrzeug, kein Geschirrservice, keine Spielekonsole, keine Bücher, nichts gehört dem Einzelnen. Selbst die Sprache ist so entwickelt worden, dass es keinen Ausdruck für mein und dein gibt. Statt zu sagen: „Das ist mein Bleistift.“ sagt man „Das ist der Bleistift, den ich benutze.“.
Le Guin beschreibt aber auch, dass selbst in einer scheinbar idealen Gesellschaftsform, in der alles miteinander geteilt wird, der einzelne Mensch für sich ein Stückchen Macht gewinnen kann, als Lehrer oder Verwaltungsmitarbeiter (Ist es wirklich der Computer, der für alle die ideale Arbeitsstelle aussucht?) und so anderen Menschen das Leben schwerer machen kann.
Obwohl Anarres seinen Bewohnern obendrein harte Arbeit abverlangt um sich zu ernähren und Kultur und Freizeit oft zu kurz kommen, spürt man, dass dies ein utopischer Ort ist.
Ich mag dieses Buch sehr, weil die Hauptfigur Shevek so wunderbar selbstverständlich mit dem „nichts besitzen“ umgeht. Le Guin hat mich mit meinem eigenen Konsumverhalten, meinem eigenen ständigen Verlangen nach Neuem konfrontiert.
Die Vorstellung, „meine“ Aquarellpinsel abends einfach in einer gemeinsamen Werkstatt liegen zu lassen und am nächsten Tag vielleicht ganz andere Pinsel zu erwischen, ist für mich nicht positiv utopisch. Ich mag es, dass „die Pinsel, die ich benutze“ meine Pinsel sind. Sanft wird mir der Spiegel vorgehalten, so dass ich das zumindest einmal hinterfrage und benenne.
Immer wieder haben Menschen versucht, zu einer Lebensweise wie „vor dem Sündenfall“ zurückzukehren, alles zu teilen, Privatbesitz auszuschließen. Immer wieder misslingt das, wenn eine Bewegung zu groß wird. So ist es auch den frühen Christen gegangen, die irgendwann zu hierarchischen Strukturen gefunden haben und sich in einer Welt mit Besitzern und Habenichtsen eingerichtet haben. Aber zwischen der totalen Aufgabe von Privatbesitz und unserem Leben in den westlich geprägten Ländern heute ist ein weites Feld.
In Zeiten von Artensterben, Ressourcenausbeuten weit über die Nachhaltigkeitsgrenze und globaler Erwärmung ist es sicher an der Zeit, sehr genau zu überlegen, was wir eigentlich wirklich persönlich brauchen um uns erfüllt zu fühlen und was wir eigentlich auch teilen könnten.
Können wir das hinkriegen? Jesus hat eine Menge Vertrauen in seine Nachfolger gelegt, als er sie aufgefordert hat zu teilen, sich um einander zu kümmern, die Armen nicht zurückzulassen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns das wieder vor Augen halten.
Eine gute Zusammenfassung der Geschichte hat Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Planet_der_Habenichtse
Wer den Roman lesen möchte, kann ihn gebraucht für ca. 15 Euro erwerben. Das Exemplar, in dem ich lese, bleibt erst mal noch hier, ich muss es wohl noch ein paar Mal lesen ehe ich es abgeben kann.

Natascha

PS: Es gibt eine Neuübersetzung, Pölle machte mich drarauf aufmerksam: