Altered Carbon – Unsterblichkeit aus Menschenhand

Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm ist eine Netflix-Serie basierend auf dem gleichnamigen Roman von Richard Morgan.

Das Universum hat in dieser Geschichte eine große Besonderheit, die fast alles in ihr bestimmt: Menschen können ihr komplettes Bewusstsein, ihre Identität und Erinnerungen auf Datenspeicher übertragen. Diese „Stacks“ sind dann quasi als USB-Sticks in andere Körper transferierbar. Viele der Körper sind Klone, die sogar mit diversen Upgrades nur dazu produziert sind, dass man seinen Stack in deren Genick steckt, um in ihnen ein noch besseres Leben zu leben als im Körper seiner Geburt.

Die Lebensweise der Menschen hat sich dadurch massiv verändert. Es ist möglich, quasi unsterblich zu werden. Die Superreichen der Gesellschaft haben orbitale Apparaturen bauen lassen, mit denen sie ihr Bewusstsein regelmäßig abspeichern lassen, um vor der Eventualität eines plötzlichen Todes gewappnet zu sein. Körper sind nicht mehr als eine Ware, die man mieten, kaufen und zerstören kann.

Diese Möglichkeiten haben aber eben nur die Superreichen. Die anderen können lediglich ein ganzes Leben darauf sparen. Oder sie müssen zusehen, wie ihre Lieben einer nach dem anderen sterben, obwohl dies vermeidbar gewesen wäre. Das Leben selbst ist zur Ware geworden, die sich mal wieder nur die Privilegierten leisten können.

Dieses Szenario ist insofern durchaus realistisch. Denn es ist menschlich. So gehen Menschen damit um, wenn sie den Schlüssel zur Unsterblichkeit besitzen. Sie ist eben eine Ware und damit auch ein Privileg für die Reichsten und Mächtigsten. Wie so viele andere Waren auch.

Gott ist da absolut anders. Er hält nicht zurück, behält nicht für sich. Er stellt jeder und jedem ewiges Leben in Aussicht. Er wählt sich nicht nur ganz bestimmte elitäre Menschen aus, die er daran teilhaben lässt. Die es sich leisten können. Gott gibt, und trägt auf, noch mehr Menschen heranzuholen, die auch etwas von diesem Leben abbekommen sollen. Gott ist der Sämann (Mk 4), der sein Saatgut überall hinschmeißt! In die ganze Landschaft! Mit vollen Händen packt er in den Beutel, kippt das Leben über uns aus. Konfrontiert uns jeden Tag auf‘s Neue mit kleinen Samenkörnern von dem Leben, das er für uns vorgesehen hat. Das er uns schenkt.

Denn dazu kommt noch eine qualitative Ebene. Vielleicht ist euch die unterschiedliche Wortwahl aufgefallen. Wir werden durch Gottes Gabe nicht unsterblich. Wir erhalten ewiges Leben. Werden Teil von Gottes Gemeinschaft, und damit wortwörtlich ein Teil von etwas, das größer ist als der Tod. Das Geschenk von Gottes ewigem Leben gibt es zusammen mit seinem Geschenk seiner Liebe: der Umsicht füreinander und auch der Annahme von mir selbst und meinen eigenen Unzulänglichkeiten. Kein Ausstechen. Kein Privilegien-horten. Kein „Es-sich-leisten-können“. Sondern ein gemeinsames Existieren im Guten in dem, was Gott ein „wahres Leben“ nennt. In dem Menschen sich Güte schenken, sich gegenseitig stärken. Dafür sorgen, dass alles Gute, was zur Verfügung steht, auch allen zu Gute kommen kann. Alle zusammen, nicht jeder für sich. So macht Gott uns alle nämlich auch zu Sämännern. Indem wir jeden Tag kleine Samenkörner des wahren Lebens an Menschen verteilen. Indem wir unseren Beutel mit Gutem nehmen und ihn über anderen ausschütten. Und uns damit gegenseitig Liebe und Leben schenken, so wie Gott das tut.

Ich habe gestockt, als ich die kaputte und korrupte Welt von Altered Carbon gesehen habe, und mir aufgefallen ist, dass diese Unsterblichkeit im Vergleich zu Gottes Leben nicht viel wert ist. Denn was nützt mir ein nicht endendes Leben, welches ich allein mit dem Ziel verbringe, andere auszustechen, um diese bloße Existenz noch weiter zu verlängern?

Darin steckt das dunkle Drama dieser Serienwelt. Und das genaue Gegenbild zu dem, was Gott uns bietet.