Von Raketen und dem Auffahren in den Himmel

Himmelfahrt – Der Name dieses Tages leitet natürlich schnell in die Irre. Kinder haben ein richtig intuitives Gespür für solche falschen Begrifflichkeiten. Mein kleiner Sohn war ca. 4 Jahre alt und fragte beim Frühstück an einem Himmelfahrtstag: „Papa, ist Jesus mit einer Rakete in den Himmel geflogen? Fliegst du da jetzt auch mit einer Rakete hin?“ Der Kirchraum meiner damaligen Kirche als Raketenabschussrampe …?! Das damalige Versprechen meines Bleibens auf Erden fand er gut – damals. Nachdem er mich später des Öfteren in Auseinandersetzungen wissen ließ, dass er mich „… am liebsten auf den Mond schießen würde“, sagte ich ihm jedes Mal: „Das Problem hatten wir doch schon mal … und ich gab dir mein Versprechen zu bleiben“. Komisch, das empfand er dann nicht als so prickelnd (in der angespannten Situation).
Die englische Unterscheidung zwischen „heaven“ und „sky“ macht deutlich, dass es bei dem Himmelfahrtstag nicht um den bewölkten „Himmel“ (= sky) geht, sondern darum, wie „himmlisch“ es auf Erden werden kann, wenn jener „Himmel“ (= heaven) über Menschen „aufgeht“, die plötzlich spüren, Gott ist nicht mehr länger „da oben“, sondern ist der heruntergekommene Gott.
Um das „Bleiben“ geht es gewiss – nicht um‘s Abheben an Himmelfahrt. Ich möchte der Erde treu bleiben – und das gerade wegen Himmelfahrt!
Volker, bekennender Nicht-Nerd

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