Vom Babelfisch und der Auferstehung

Douglas Adams erfindet in „Per Anhalter durch die Galaxis“ den Babelfisch, der von den Bewohnern der gesamten Galaxie benutzt wird, um sich gegenseitig zu verstehen. Man kippt ihn sich einfach ins Ohr und prompt übersetzt er einem alles, was gesagt wird, in welcher Sprache auch immer.

Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ merkt an, dass es aber verdammt unwahrscheinlich sei, dass sich etwas so wahnsinnig Nützliches rein zufällig entwickelt haben sollte, und so sind ein paar Denker zu dem Schluss gelangt, der Babelfisch sei ein letzter und entscheidender Beweis dafür, dass Gott nicht existiert. Denn da es keinen endgültigen Gottesbeweis geben kann, ist ein endgültiger Gottesbeweis ein Beweis für Gottes Nicht-Existenz.

1. Korinther 6,12: Als die Jünger Jesus nach seiner Auferstehung wieder sehen, halten sie ihn für einen Geist. Sie können nicht glauben, dass er es wirklich ist. Viel realistischer ist es für sie, dass da ein Geist die Gestalt von Jesus angenommen hat.

Jesus muss einen Beweis nach dem Anderen abliefern, dass er lebt. Er lässt sich anfassen, isst demonstrativ ein Stück Fisch. Und als es bei den Jüngern immer noch nicht „klick“ macht, erinnert er sie an etwas, das er vor seinem Tod zu ihnen gesagt hat. Schließlich setzt er sich mit ihnen hin und erklärt es noch einmal mit der Schrift.

Die Frage, ob Gott irgendwie beweisbar sei, beschäftigt Menschen immer wieder.

Liefert Wissenschaft Hinweise auf die Existenz Gottes?

Es gibt meines Wissens nichts auf Erden, das so unerklärlich wäre, dass es ausschließlich von einem Schöpfer erschaffen sein könnte. Wenn wir uns irgendetwas nicht erklären können, dann ist das ein „noch nicht“. Auch wenn es Dinge gibt, die Wissenschaftler noch rätselhaft finden, sollten wir uns hüten, darin Beweise für eine Existenz Gottes zu sehen. In zehn Jahren gewinnt jemand den Nobelpreis dafür, dass er es abschließend erforscht hat und unser Gott ist wieder ein Stück kleiner geworden.

Etwas Übernatürliches ist nicht auf naturwissenschaftlichem Wege nachweisbar. Das liegt in der Natur des Übernatürlichen.

Wissenschaftliche Beweise, für was auch immer, haben aber noch nie beim Glauben geholfen.

Es hilft den Jüngern nichts, dass sie Jesus anfassen dürfen oder ihm beim Essen zuschauen. Sie können es einfach nicht glauben. Und das obwohl sie Menschen einer Zeit sind, die von unserem Verständnis von Wissenschaft weit entfernt sind. Während wir an biologischem Fachwissen schwer vorbeikommen, mussten die Jünger die Furcht überwinden, es mit einem Geist oder Dämon zu tun zu haben.

Dass ein übernatürlicher Gott nicht naturwissenschaftlich nachweisbar ist, heißt aber nicht, dass er nicht trotzdem existieren kann. Glauben funktioniert eben nicht allein über das Wissen. Glauben entsteht, wo wir uns öffnen, neugierig sind, uns einlassen. Glaube an Gott entsteht durch Erfahrungen, unsere eigenen Erfahrungen mit Gott und die Erfahrungen, von denen uns andere berichten. Das können Menschen um uns herum sein, aber auch die Menschen, die in früheren Zeiten über ihre Erfahrungen mit Gott berichtet haben und von denen wir heute noch in der Bibel lesen können.

Douglas Adams hat den Babelfisch erfunden, weil er sich mit der Frage der Gottesexistenz oder eben Nicht-Existenz sein Leben lang befasst hat. Er spielt das Gedankenspiel zu Ende was wäre, wenn es einen abschließenden Gottesbeweis gäbe.

Aber früher oder später würde dieser scheinbar untrügliche Gottesbeweis sich doch als Teil einer scheinbar zufälligen Entwicklung herausstellen. Oder er wäre Anlass zur ewigen Diskussion, ob sich nicht doch gerade am Babelfisch die Existenz Gottes beweist.

Es bliebe auch weiterhin eine Frage des Glaubens.

Forschst du noch oder glaubst du schon?

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