bookmark_borderIch bin der Weg – und plötzlich gehen wir ihn wieder digital …

Es war klar, dass irgendwann im Herbst die Corona-Zahlen steigen würden; es war klar, dass wir wieder zurück ins Netz gehen würden, zumindest mit einem Teil unserer Gemeindeaktivitäten, zumindest mit einigen Gruppen.

Die Jugend hat schon seit ein paar Wochen einen klaren Plan:

Wenn wir uns nicht mehr draußen treffen können, dann setzen wir uns entweder auf Abstand und mit Masken in die Kirche oder treffen uns bei Discord und spielen:

Among us.

Wir sind ziemlich sicher: Das wird uns den Winter über bei Laune halten. Diese Mischung aus Werwolf und Einfachste-Aufgaben-am-Smartphone/PC-abarbeiten macht Nerds wie Muggles Spaß und, auch wenn letztere sich vielleicht bei Zoom wohler fühlen, können sie zumindest mitspielen und die Gruppe zerfällt nicht in Minecraft-Spieler und Bastler.

Mit den Konfis werde ich die Kon-App nutzen, um biblische Geschichten per Videokonferenz zu erleben.

Der „Krippenspielfilm“ ist schon halb im Kasten und den Rest drehe ich halt, indem ich mich mit den Darstellern einzeln oder zu zweit treffe. Unter dem Zeltdach auf der Terrasse wird das schon gehen.

Aber was mache ich mit dem Kindergottesdienst? Wir hatten schon weise geplant, uns im Park zu treffen und einen „Schnitzeljagd-Gottesdienst“ zu feiern, denn Stillsitzen in der Kirche, das hatten mir viele Familien signalisiert, das klingt nicht so wirklich nach guten Erlebnissen mit Gott und seinem Volk. Mit mehreren Familien im Park zusammenzutreffen ist seit Donnerstag nun auch keine Option mehr.

Aber Schnitzeljagd, das geht ja auch mit dem Handy!
Mehrere Apps ermöglichen es, selbst kleine Abenteuer zu schreiben, die sich die Teilnehmenden spielend erlaufen können.

Meine Umgebung ist in meinem Kopf ohnehin eine Karte von besonderen Orten. Da stehen vor meinem inneren Auge Gewächshäuser und Arenen, wo ich PokemonGo oder Wizzards unite gespielt habe.

Vielleicht kann man dieses Feeling ja auch auf biblische Geschichten übertragen.

So zum Beispiel:

In der Bibel gibt es ganz viele Geschichten von Menschen, die auf dem Weg sind. Eines ist dabei ganz wichtig: Sie wissen, dass Gott immer bei ihnen ist, egal wie weit sie gehen. Gott ist immer bei uns, egal, wo wir unterwegs sind.

Jesus sagt sogar: Ich bin der Weg! Wer mit Jesus unterwegs ist, weiß wo es lang geht.

Aufgaben lassen sich finden, die die Geschichten anschaulicher machen:

Ihr könnt von hier aus mehrere Wege sehen und eine Straße.
Wisst ihr, wo die Wege hinführen?
Wo kommt man hin, wenn man den Wegen folgt? Wo führt die Straße hin?

 
Oder:

Teilt euch auf, immer zu zweit. Einer schließt die Augen und lässt sich führen, einer passt auf, dass der oder diejenige nicht stolpert und nirgends vorläuft.

Und so kann jede Familie für sich einen kleinen Kindergottesdienst feiern, unterstützt durch das Handy, ganz ohne Aushänge, Zettel, Bänder oder irgendetwas, was früher oder später verschwindet, verregnet und in der Gegend herumfliegt. Wir erwarten nicht von den Kindern, dass sie sich vor den PC setzen und an einer Videokonferenz teilnehmen, stattdessen öffnet der „Augmented Kindergottesdienst“ die Pforten.

Morgen ist der erste Probelauf und ich bin gespannt, was mir Familien zurückmelden.

Technik ist nicht die Antwort auf alles, die lautet „Jesus“, schon klar, aber darf ich bitte, trotz dieser unschönen Gesamtsituation, ein kleines bisschen Freude darüber empfinden, wie praktisch all dieser Quatsch, den ich so in meinem geheimen NERD-Leben treibe, endlich mal ist?

Und ihr so? Wo kommt euer kleiner Nerd in letzter Zeit hilfreich zum Einsatz?
„Winter is coming“, was könntet ihr eurer Gemeinde zur Verfügung stellen um damit besser klar zu kommen?

bookmark_borderWas für T-Shirts tragt ihr?

Ich bin ja dafür, dass wir uns alle trauen, „authentisch“ zu sein und zu zeigen, was uns ausmacht – und das heißt eben auch unsere „nerdigen“ Seiten … Aber dann ging es darum zu überlegen ein T-Shirt bedrucken zu lassen. 

Es gibt ja diese T-Shirts, auf denen ganz fett vorne Statements draufstehen oder die so ein ganz fettes Logo draufhaben. Irgendwie ist das für mich „too much“ – auch wenn es da wirklich coole Sprüche gibt.

Ich habe mich dann entschieden, „meine Logos“ relativ klein dahinzusetzen, wo beim Hemd die Brusttasche ist. Sichtbar, aber ohne, dass es ins Auge springt. Mit so einem T-Shirt kann ich auch in meinem beruflichen Alltag unterwegs sein, ohne direkt eine Diskussion zu provozieren, aber offen genug, um dankbar die Chance anzunehmen über Dinge zu reden, die mir am Herzen liegen.

Vielleicht ist so ein Verhalten ja gemeint, wenn Jesus in Mt. 6,5+6 sagt:

„5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete.“  

Ich werde trotzdem immer mal wieder in Talar oder Rüstung durch das Dorf spazieren … Und vielleicht auch mal das coole T-Shirt mit dem fetten Aufdruck „Pastor – Because Hardcore Devil Stomping Ninja Isn’t an Official Job Title“ kaufen.

David Raasch

Anmerkung von Tascha:
Als David mich gefragt hat, wie unsere Nerdchurch T-Shirts mit Logo gestaltet sein könnten, habe ich spontan gesagt: Das Logo gehört dahin, wo die Enterprise-Crew den Kommunikator hat. Easy 😉

Falls Ihr noch T-Shirt Ideen sucht. guckt gerne mal hier

bookmark_border#SPIELdigital – was geht?

#SPIELdigital 22.-25.10.

„Auf dem Weg!“ – so lautet eine Aktion, die gerade bei uns in der Gemeinde läuft und die – vom Sinn her – eigentlich überall laufen sollte. Es geht dabei darum – gerade angesichts des Coronaviruse – gemeinsam ein Zeichen dafür zu setzen, dass es weiter geht, dass wir – trotz und mit dem Corona Virus – positiv weiter unsere Wege gehen. In der Gemeinde werden dafür im ganzen Ort Fenster und Installationen gestaltet und dazu eingeladen, da einfach mal vorbei zu spazieren.

Gerade als Christen – und noch stärker bei den christlichen Nerds – müssten wir doch eigentlich viel stärker unseren Optimismus nach vorne bringen.

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ 2. Tim 1,7

Ist es denn nicht so, dass die „digitale Kirche“ und die „neuen, modernen, offenen“ Formate gerade in diesen Zeiten gepusht werden, wie noch nie? Ich hatte noch nie so schöne (und auch volle!) Gottesdienste im Altenheim, wie ich das jetzt mit den Balkon-Gottesdiensten erlebe.

Ja, es gibt viele Gründe vorsichtig zu sein und jammern (und auch das tut manchmal not). Aber wenn wir eben mit „Besonnenheit“ schauen, was jetzt wie geht, dann können wir doch ganz schön viel machen und das vielleicht sogar „anders“ (oder gar besser?!), als wir es sonst tun würden.

Wie und was geht zeigt sich gerade durch die #SPIELdigital – @SPIEL_Messe. Wenn es nicht zu diese besonderen Messe gekommen wäre, dann hätten wir Nerds weder in Köln https://ausgepoeppelt.de/melanchthon-spielt/ noch in Witten https://app.laxxo.de/katalog/herbede Spielemessen in den Gemeindehäusern!

bookmark_borderCritchzauber ist eine Sünde gegen den Märtyrer!

Von einer viktorianisch-steampunkig anmutenden Fantasy-Welt, bevölkert von Faunen, Feen voller dunkler Magie, Machtspielen und Krieg erzählt die Amazon-Serie Carnival Row.

Auf das Dichteste gedrängt spiegelt sie aber auch einige der größten Probleme, mit denen wir heute konfrontiert sind, wider. Der Umgang mit Flüchtlingen, Rassismus, Rechtspopulismus, religiöser Fanatismus ziehen sich als roter Faden durch die Geschichte und führen am Ende der Staffel an einen Ort, den ich nur als „Ghetto“ bezeichnen kann. Nur der Klimawandel ist noch nicht thematisiert, auch wenn mit der (verlorenen) Welt der Feen und Faune das letzte Stückchen Grün aus der Serie verschwunden zu sein scheint.

Für alte Hasen der Fantasy fühlt sich diese massive Allegorie für alles, was schief gehen kann in einer Gesellschaft, ein bisschen zu offensichtlich und bemerkenswert geballt an. Für Neueinsteiger und solche, die es eilig haben, könnte das aber ein wirkungsvolles Format sein.

Ich habe mich auf diese Achterbahn durch diese fantastische Welt einfach eingelassen und acht Folgen lang schöne Bilder gesehen, einige Liebesgeschichten verfolgt und einen netten Krimiplot genossen.

Bei so einem dichtgepackten Paket an mir vorgehaltenen Spiegeln darf natürlich auch die Religion nicht fehlen. Während die Die Feen eine nicht näher beschriebene Art von Natur-Magie, mal hell mal dunkel betreiben (natürlich), bezieht sich das menschliche Establishment auch nicht sehr ausdefiniert auf einen Märtyrer und hält Critchzauber (natürlich) für Sünde.

Auch der respektlose Umgang mit den Heiligtümern der „Verlierer-Kultur“ wird thematisiert in Form einer Ausstellung mit Gegenständen, die aus der Feenwelt geraubt wurden.

Der Märtyrer, auf den sich die Menschen berufen, wird als Antwort auf unser Kruzifix als Erhängter dargestellt, mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Passend dazu trägt der Klerus anscheinend eine Schlinge um den Hals. Das Fluchwort dazu: „God‘s Noose“ (Gottes Schlinge)

Ja, passt. Es passt zu all den anderen offensichtlichen Hinweisen darauf, wie es in unserer Welt läuft. Ich habe mich in meiner Welt an das Kreuz mit Korpus gewöhnt, schließlich ist es unentwirrbar mit westlicher Kunstgeschichte verwoben. Für jemanden, der nichts über das Christentum weiß, ist so ein Kreuz mit Korpus vermutlich nichts anderes als die Darstellung eines brutalen Todes. Das Opfer von Folterung an die Wände von Kinderheimen und Schulen zu hängen, könnte also ein Problem sein, auf das hier aufmerksam gemacht wird.

Da in Carnival Row bisher keine tiefgreifende Religionskritik betrieben wird, sondern nur auf die Auswirkung dieser religiösen Haltung hingewiesen wird, kann ich dazu genauso nicken, wie zu all der anderen Gesellschaftskritik, die in der Serie vorkommt.

Beim Surfen über den Märtyrer aus der Carnival Row habe ich dann auch festgestellt, dass – auch wenn ich das Gefühl habe, dass dieses Thema schon oft behandelt wurde – es einer neuen Generation von Fantasy-Liebhabern auch ganz neu dieses Aha-Erlebnis verschaffen kann: Fantasy ist nicht unbedingt Flucht in eine andere Welt, die mit unserer Welt nichts zu tun hat, die beste Fantasy (finde ich) hat einen Spiegel in der Hand.

„Als ich den erhängten Gott in dieser Show sah, hat sich mein Blick auf Jesus am Kreuz wirklich verändert. Ich meine, es schockierte mich, wie ähnlich er Jesus war, und auch, wie unwohl ich mich dabei fühlte. Sicherlich ein echter Augenöffner …“
„Es war seltsam und unheimlich für mich, aber dann wurde mir klar, dass wir Katholiken Jesus Christus am Kreuz haben. Manchmal ganz blutig!“

Reddit: The imagery of The Martyr is unsettling

Der Spiegel, mit dem Carnival Row daherkommt, ist schon arg groß, vergrößernd, teilweise frei von Raffinesse, aber vielleicht ist es genau der Spiegel, den unsere Zeit braucht, ein Spiegel, der an Deutlichkeit nichts vermissen lässt.

Ein bisschen verzerrt und damit interessanter wird die Oberfläche des Spiegels schließlich doch noch mit einer Prozession von Faunen, die als Flagellanten durch die Stadt ziehen und den „Hidden One” anrufen, weil sie scheinbar einer Sekte angehören, von der wir auch nach acht Folgen noch nicht viel wissen, außer dass sie fanatisch sind, und zu Attentaten bereit.

(Achtung Spoiler! Dass die dunkelsten Zauber (natürlich) nicht von Feen, sondern Menschen ausgeführt werden, ist hingegen schon wieder Klischee.)

Ich freue mich auf die zweite Staffel. Vielleicht werden einzelne Aspekte der Religionen ja noch ein bisschen weiter ausgebaut. Vielleicht gibt es ja noch mehr von der Welt zu sehen, die wirklich schöne Bilder zu bieten hat, allein dafür hat sich das Gucken gelohnt.

NL

bookmark_borderDay of the Nerd

„Da wachte Jakob auf und sagte: »An diesem Ort ist der Herr, und ich habe es nicht gewusst.« 17 Und er hatte Angst und sagte: »Was für ein Ehrfurcht gebietender Ort! Hier ist das Haus Gottes – das Tor zum Himmel!« 18 Am nächsten Morgen stand er in aller Frühe auf. Er nahm den Stein, den er als Kissen benutzt hatte, und stellte ihn als Gedenkstein auf.“
1. Mose 28, 16-18

„Meine“ Kirche wurde direkt nach dem 1. Weltkrieg gebaut. Sie ist eine sogenannte Notzeitkirche, entwickelt vom Architekten Otto Bartning. Bartning war selber Christ, hatte schon viele Kirchen erbaut und sich intensive Gedanken darüber gemacht, wie ein Gotteshaus gestaltet sein sollte, um der Gemeinde ein optimales Zuhause zu bieten.
Direkt nach dem Krieg gab es für die Gemeinde nur ein großes Wohnzimmer, in dem man sich treffen konnte, da war diese Notzeitkirche, durch Spenden aus dem Ausland und serielle Bauweise günstig zu  erwerben, ein Geschenk des Himmels. Endlich konnten sich bis zu 400 Leute an einem Ort versammeln, um Gottesdienst zu feiern.
Mit den Konfis habe ich überlegt warum Leute in einer Zeit, in der es viel zu wenig Wohnraum gab und das Essen kaum ausreichte um alle satt zu kriegen, sich daran machen eine Kirche zu erbauen.
Ihre Antworten: Um einen Ort des Trosts zu haben, einen Ort, an dem man sich geborgen fühlt, einen Ort, um seine Sorgen vor Gott zu tragen, einen Ort und um Gemeinschaft zu erleben.

Nun leben auch wir gerade in seltsamen Zeiten. Eine „Notzeit“ mag ich es hier in Deutschland nicht nennen, schließlich haben wir die Pandemie bisher vergleichsweise sehr glimpflich überstanden.
Doch mit 400 Leuten in unserer kleinen Kirche Gottesdienst feiern? Das geht leider gar nicht.
Während des „Lockdowns“ haben viele Leute Gottesdienst zu Hause gefeiert über den Fernseher, per Videokonferenz oder Youtube. Wer sich schon länger mit dem Thema digitale Kirche befasst, hat einen ungeahnten Aufwind verspürt. Plötzlich waren Fähigkeiten gefragt, die vorher milde belächelt wurden.

Es war die Stunde des Nerds.
(für den mir noch immer die passende weibliche Form fehlt)

Die Frage ob so ein Haus Gottes, oder ein Gotteshaus nicht vielleicht auch im Internet sein kann, wurde plötzlich nicht mehr nur in einer kleinen Community sondern recht großflächig diskutiert.
Auch wenn jetzt im Sommer das Leben draußen stattfindet, einen Corona-Winter wird es wohl noch geben, mit digitaler Kirche und online Begegnung.

Aber wie geht es dann weiter? Hat der Nerd dann seine/ihre Schuldigkeit getan und kann gehen? Ein bisschen macht sich dieses Gefühl ja jetzt schon breit: „Echte“ Treffen sind immer besser meinen manche Leute.
Aber Ich bin nicht bereit die digitale Begegnung als „second best“ abzutun. Unsere kleine Zoom Gemeinschaft, die sich im Frühjahr viele Wochen lang regelmäßig getroffen hat, ist ohne Zweifel eine christliche Gemeinschaft gewesen. Nicht mehr aber auch nicht weniger andächtig und innig, als es eine analoge Andacht sein kann. Es war ein digitaler Ort des Trostes wo wir unsere Sorgen und Freuden miteinander vor Gott tragen konnten.
Der Bonus war, dass Leute teilnehmen konnten die weit verstreut leben und sich sonst nur selten zur gemeinsamen Andacht treffen würden.

Werden wir es hinkriegen „nach Corona“ die positiven Erfahrungen mit zu nehmen und auch die „Muggels“ immer mal im digitalen Gotteshaus begrüßen dürfen?  Oder werden die Nerds wieder in ihren Löchern und Blasen verschwinden und alle anderen froh sein, dass dieser „Unsinn“ endlich vorbei ist? Die einfache Notzeitkirche aus der Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg hat sich bewährt. Seit vielen Jahrzehnten dient sie uns als Gotteshaus. Zwischendurch hat sie ein paar Upgrades gebraucht und nun, in Zeiten des Klimawandels, steht die Frage im Raum, ob sie wegen ihrer schlechten Heizbarkeit nicht mal ein paar grundsätzliche Veränderungen braucht. Aber abreißen und was schickes neues bauen, das käme niemandem in den Sinn. Obwohl sie aus schlechten Zeiten stammt, ist sie gut und richtig.

Diese Erkenntnis ist aus meiner Sicht auf die digitale Kirche zu übertragen. Sie hat sich in schlechten Zeiten bewährt. Lasst sie uns upgraden, erweitern und umbauen damit sie noch besser wird, aber auf keinen Fall abreißen!

Bauzeichnung, Ev. Paul-Gerhardt-Kirche, Dortmund

Paul-Gerhardt-Kirche, Dortmund

bookmark_borderDa wohnt ein Sehnen – LARP und Gottes Friede

Wer nach einer Definition für Rassismus sucht, wird selten nur eine finden. Rassismen, Ausländerfeindlichkeit oder Fremdenfeindlichkeit geben sich da die Klinke in die Hand. Alle Definitionen greifen jedoch für das Themengebiet LARP nicht, da wir es hier nicht nur mit Menschen zu tun haben. Greifen sie wirklich zu kurz?

Ich erlebe im LARP oft, wie sich tolerante, sozial kompetente Menschen in (aus meiner Sicht) rassistische Arschlöcher verwandeln und alle anderen tolerieren es. Die liebsten Feindbilder sind dabei: Orks, Goblins und Dunkelelfen. Alles drei sogenannte nichtmenschliche „Rassen“. (Zum Kotzen der Begriff.) Man könnte meinen, diese Fantansy-Völker hätten nichts mit Menschen gemeinsam. Doch kommen in Fantasy-Welten durchaus Vermischungen vor: Der Halbriese Hagrid im Harry Potter-Universum, die Halborkin Gora im Wow-Universum oder Tanis Halbelf im Drachenlanzen-Universum. Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Angehörigen dieser „Rassen“ nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu eben dieser Rasse denunziert, verfolgt, verachtet und abgeschlachtet.

Muss ich wirklich mehr sagen, warum mir da der Begriff „Rassismus“ in den Sinn kommt?

„Wir können nur das spielen, was wir kennen.“ Eine traurige Wahrheit? Wir vereinfachen im LARP die Welt an so vielen Stellen. Gut und Böse sind (vermeintlich) klar zu trennen. Strahlende Helden und fiese Bösewichte treffen aufeinander. Das Rechtssystem ist schnell und klar: Du begehst ein Verbrechen und wirst per Selbstjustiz eliminiert. Richter, Ankläger und Henker in einer Person (Judge Dredd lässt grüßen) ist ein gängiges Muster. Hier werden Selbstjustiz und Rassismen reproduziert, selten hinterfragt und noch seltener geahndet. Wollen wir so etwas spielen?

Können wir wirklich nur das spielen, was wir kennen? Ich will diese einfache Aussage hinterfragen. Wer kennt denn schon Orks oder Goblins? Habt ihr jemals mit einem Kaffee getrunken? Können wir nicht auch das spielen, was wir träumen und erhoffen? Sind wir nicht in einer Welt unterwegs, die aus Phantasie besteht?

Wie wäre das, wir würden mal für ein Wochenende Frieden spielen? Frieden, wie Gott ihn für uns Menschen vorsieht und den wir in der Realität an so vielen Stellen schmerzlich vermissen. Ohne Neid, ohne Missgunst, ohne Ausgrenzung.

Können wir das? Und wäre das Spiel dann noch aufregend genug? Wie sähe ein Plot aus?

Manchmal gibt es sie, die Ambiente Cons, die ohne klar erkennbaren Plot daherkommen. Auf denen Kinder, dreckig wie nichts Gutes und glücklich bis über beide Ohren, barfuß durch den Matsch springen. Auf denen Erwachsene sich gegenseitig in alten Handwerkskünsten unterrichten und sich selbstlos helfen. Auf denen erwachsene Männer nach dem Mittagsschlaf zusammen im Schatten sitzen und Karten spielen.

Wie wäre das, ein Wochenende Frieden?

Ich kann vieles an den Pforten eines LARPs zurücklassen: mein Handy, meine in Bangladesch gefertigte Kleidung und meinen Sinn für Hygiene. Was ich nicht zurücklassen kann, will oder werde, ist eine tiefe Sehnsucht nach Frieden.

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ textet Eugen Ecker, und weiter „um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.“

Ohne diese Hoffnung wäre ich kein Mensch. Und so sehe ich es kritisch, wenn wir im Rollenspiel immer noch von „Rassen“ sprechen, als ob es sie geben würde.

Ich wünsche mir für uns alle mehr Mut zu neuen Wegen, auch im LARP.


bookmark_borderWir machen Pause

Sie sagt es so viel besser, als wir es gerade formulieren könnten:

Das Team der the_nerdchurch besteht aus Pfarrpersonen, Gemeindepädagoginnen und Pädagogen, Diakonen und Leuten die im Ehrenamt die christliche Gemeinschaft mit tragen.
Zwischen Hygienekonzepten und digitaler Präsenz herum hopsend, brauchen wir jetzt mal eine Pause und freuen uns darauf Euch hier im Herbst wieder zu begrüßen.
Bis dahin hält Euch Micha, „tatsächlich Pastor“ sehr gerne bei guter Laune, schaut da mal vorbei!

bookmark_borderAltered Carbon – Unsterblichkeit aus Menschenhand

Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm ist eine Netflix-Serie basierend auf dem gleichnamigen Roman von Richard Morgan.

Das Universum hat in dieser Geschichte eine große Besonderheit, die fast alles in ihr bestimmt: Menschen können ihr komplettes Bewusstsein, ihre Identität und Erinnerungen auf Datenspeicher übertragen. Diese „Stacks“ sind dann quasi als USB-Sticks in andere Körper transferierbar. Viele der Körper sind Klone, die sogar mit diversen Upgrades nur dazu produziert sind, dass man seinen Stack in deren Genick steckt, um in ihnen ein noch besseres Leben zu leben als im Körper seiner Geburt.

Die Lebensweise der Menschen hat sich dadurch massiv verändert. Es ist möglich, quasi unsterblich zu werden. Die Superreichen der Gesellschaft haben orbitale Apparaturen bauen lassen, mit denen sie ihr Bewusstsein regelmäßig abspeichern lassen, um vor der Eventualität eines plötzlichen Todes gewappnet zu sein. Körper sind nicht mehr als eine Ware, die man mieten, kaufen und zerstören kann.

Diese Möglichkeiten haben aber eben nur die Superreichen. Die anderen können lediglich ein ganzes Leben darauf sparen. Oder sie müssen zusehen, wie ihre Lieben einer nach dem anderen sterben, obwohl dies vermeidbar gewesen wäre. Das Leben selbst ist zur Ware geworden, die sich mal wieder nur die Privilegierten leisten können.

Dieses Szenario ist insofern durchaus realistisch. Denn es ist menschlich. So gehen Menschen damit um, wenn sie den Schlüssel zur Unsterblichkeit besitzen. Sie ist eben eine Ware und damit auch ein Privileg für die Reichsten und Mächtigsten. Wie so viele andere Waren auch.

Gott ist da absolut anders. Er hält nicht zurück, behält nicht für sich. Er stellt jeder und jedem ewiges Leben in Aussicht. Er wählt sich nicht nur ganz bestimmte elitäre Menschen aus, die er daran teilhaben lässt. Die es sich leisten können. Gott gibt, und trägt auf, noch mehr Menschen heranzuholen, die auch etwas von diesem Leben abbekommen sollen. Gott ist der Sämann (Mk 4), der sein Saatgut überall hinschmeißt! In die ganze Landschaft! Mit vollen Händen packt er in den Beutel, kippt das Leben über uns aus. Konfrontiert uns jeden Tag auf‘s Neue mit kleinen Samenkörnern von dem Leben, das er für uns vorgesehen hat. Das er uns schenkt.

Denn dazu kommt noch eine qualitative Ebene. Vielleicht ist euch die unterschiedliche Wortwahl aufgefallen. Wir werden durch Gottes Gabe nicht unsterblich. Wir erhalten ewiges Leben. Werden Teil von Gottes Gemeinschaft, und damit wortwörtlich ein Teil von etwas, das größer ist als der Tod. Das Geschenk von Gottes ewigem Leben gibt es zusammen mit seinem Geschenk seiner Liebe: der Umsicht füreinander und auch der Annahme von mir selbst und meinen eigenen Unzulänglichkeiten. Kein Ausstechen. Kein Privilegien-horten. Kein „Es-sich-leisten-können“. Sondern ein gemeinsames Existieren im Guten in dem, was Gott ein „wahres Leben“ nennt. In dem Menschen sich Güte schenken, sich gegenseitig stärken. Dafür sorgen, dass alles Gute, was zur Verfügung steht, auch allen zu Gute kommen kann. Alle zusammen, nicht jeder für sich. So macht Gott uns alle nämlich auch zu Sämännern. Indem wir jeden Tag kleine Samenkörner des wahren Lebens an Menschen verteilen. Indem wir unseren Beutel mit Gutem nehmen und ihn über anderen ausschütten. Und uns damit gegenseitig Liebe und Leben schenken, so wie Gott das tut.

Ich habe gestockt, als ich die kaputte und korrupte Welt von Altered Carbon gesehen habe, und mir aufgefallen ist, dass diese Unsterblichkeit im Vergleich zu Gottes Leben nicht viel wert ist. Denn was nützt mir ein nicht endendes Leben, welches ich allein mit dem Ziel verbringe, andere auszustechen, um diese bloße Existenz noch weiter zu verlängern?

Darin steckt das dunkle Drama dieser Serienwelt. Und das genaue Gegenbild zu dem, was Gott uns bietet.

bookmark_borderTrailer


Wir haben einen kleinen Taeser oder Trailer gebastelt, mit bewährt schlechter Tonqualität aber dafür um so wichtigeren Aussagen.
Aus bisher unveröffentlichtem Material.

Seine Premiere hatte das Streifchen bei der online Levelup Konferenz am 9.5.20.

Bei einem Workshop anderswo haben wir den Versuch unternommen, in 50 Worten zu erklären, worum es bei der Nerdchurch geht:

Ein Netzwerk, das Christinnen und Christen
mit „nerdigen“ Interessen und Hobbys zusammen bringt.

Ein Netzwerk von Leuten, die „nerdige“ Verkündigung
entwickeln, ausprobieren und erleben wollen.

Ein Netzwerke, das in Gemeinden und Kirchenkreise hinein wirkt, um das große Potential, das „Nerds“ mit bringen, der christlichen Gemeinschaft zugänglich zu machen.

Das sind sogar nur 48 Wörter. 42 wäre natürlich stilvoll. Wir arbeiten dran.